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Schlagwort-Archive: tannheimertal

am letzten tannheimertaltag ging es bei strahlendem sonnenschein auf die längste und höchste wanderung. die hatten wir was umfangreicher geplant, dafür aber für den rückweg knieschonend die gondelbahn vom neunerköpfle, letzte talfahrt 16:15, angesetzt. viele leute fahren ja hoch um runter zu wandern, was ich überhaupt nicht navhvollziehen kann. WENN schon dann doch lieber RAUF den anstrengenden aber erträglichen spaß und RUNTER die belastung vermeiden, oder?
außerdem sind meiner meinung nach etliche passagen rauf schon heftig aber runter noch viel schlimmer, so war es auch hier.

zunächst gings aber mal wieder gemütlich zum vilsalpsee, aufgrund des tollen wetters nach ein paar regentagen waren wir nicht alleine aber das tat der stimmung keinen abbruch. nach einem stück entlang des linken seeufers „fing der berg an“, also von knapp 1200m rauf durch wald und über die felsensteige.

in dem abschnitt vormittags kamen uns viele jugendliche entgegen, ich vermute die hatten eine schulfahrt gemacht und in der landsberger hütte übernachtet, die unter der regie des D(eutschen)A(lpen)V(ereins) steht. sie war unser erstes etappenziel und bietet im sommer unter anderem ein großes bettenlager für bis zu 170 leuts, bei strengem reglement, aber das ist da oben auch notwendig.

bis dahin auf 1810m war es noch ein ordentliches stück wegs aber garmine zeigte zur aufmunterung relativ flott die nächsten hundert meter … leider hatte ich dann zwischendrin am traualpsee (oder noch was später?) mal auf stop gedrückt für eine kurze fotopause …

… und nicht wieder start so daß die letzten 20min fehlten als wir oben ankamen.
die waren (nach dem wasserfall rechts die wand hoch) auch die heftigsten bis da hin, kettengesicherte felsen, nicht zwingend notwendig aber wegen der nässe doch sicherer und willkommen, rauf ging’s aber ganz gut.

es gibt schlimmere stellen für meinen geschmack, so auch hier, im späteren verlauf, um mal vorzugreifen. keine steile passage aber auf rund 10m wegs kaum ein solcher, dabei rund 45° gefälle also links von oben rechts nach unten nix zum festhalten. der untergrund sandig feinschotterig und damit nicht trittfest, kein tiefer potentieller absturz im falle des selbigen, aber genug um nicht mehr weiterzukönnen. und der weg nur knappe 15cm also einen fuß vor den anderen und dann der schmale pfad selbst nicht waagerecht sondern an die umgebung angepaßt wohl 20° geneigt, und NICHT gegen den hang,  GRRRRRRRRRRRRRRRRR.

so eine stelle hatte ich erstmals vor etlichen jahren in den dolomiten genossen, wesentlich steiler wohl 60° runter, wesentlich länger wohl gut 100m in einer schotterigen geröllkurve, zwar wenigstens 2 füße knapp nebeneinander breit aber trotzdem … da lernte ich daß ich nicht schwindelfrei bin. als ich grad so das erste viertel hinter mir hatte und stehen blieb rief der göga der schon drüben war „hier muß man schwindelfrei sein, aber das sind wir ja!“
sprachs und mit versagten die knie den dienst.
immerhin ist er ja manchmal doch ein sensibler und lieber, er kam also zurück und gab mir einen seiner stöcke die er schon seit längerem wegen knieproblemen nutzte. und ich kaufte mir am nächsten tag im grödnertal meine LEKI die seither bei solchen touren immer dabei sind und so auch im tannheimertal gute dienste leisteten.

zurück zur tour: nach rast mit radler ohne imbis ging’s weiter zur gappenfeldalpe, der blick zurück zur landsbergerhütte oberhalb des traualpsees mit der kleinen lache daneben verdient einen einzelplatz im blog zum klicken und vergrößern:

die beiden spitzen unterwegs haben wir uns geschenkt, zum einen ist die sicht auch ein paar meter unterhalb an diesem kamm auf gut 2000m super toll und zum anderen muß man ja nicht allen touristen auf die füße treten. das problem bei gondelerreichbaren wegen, auch wenn es zum neunerköpfle noch ein gutes stück war, aber eben „relativ“ einfach flacher oben auf der höhe bis auf ein paar anspruchsvollere stücke, ist ja daß sie dann auch intensiver belaufen sind.

die gappenfeldalpe in einschnitt unterhalb der grauen spitze, wo sich die beiden wege „treffen“, kündigte sich durch ihre bewohner an, wunderschöne braune fellohren und große augen und klingeling.

dort gab’s einen (bzw. zwei) leckeren brotzeitteller und mit einer alpendohle einen möchtegernmitesser der das spiel ja kennt und den käse auch lecker findet:

den weiteren weg konnte man einfach nur genießen, leicht wellig immer wieder rauf+runter aber insgesamt gut hundert meter abgebend bis zur gondelbahn die mit uns rund anderthalb kilometer strecke abwährts schwebte zum verdienten eiskaffee, duschen und dann wegen ruhetag des tirolerhofs auswärtigem abendessen, kässpazen, LECKER.

zum abschluß noch ein bischen brauchtumspflege, die kleine kirche im dorf kurz vor unserem tirolerhof hatte uns ja schon mal bei regen unterschlupf gewährt, sie ist reichhaltig geschmückt und besonders gefallen hat mir der beweis an der decke daß wir mit unserem gejammere über die preise nichts neues erfinden …

fast wie auf einer märklineisenbahnanlage mutet die kapelle in der nähe an, sie bietet sogar (mich unwissende verwirrend tausende kilometer entfernt) eine lourdesgrotte, mit, man halte sich fest, einer schöpfkelle am zaun, anklicken, vergrößern und staunen!

die musi spielt (vermutlich zur touristenerbauung?) jeden dienstag abend und so kam sie zum abmarsch richtung aufführungsort bei uns vorbei als wir nach dieser letzten längsten tour die kSpatzen verspeisten.

nach verregnetem freitagnachmittag wagten wir uns samstag auf den rädern auf gut markierten radwegen abseits der autostraße nach/durch grän an und rund um den haldensee.
dort genossen wir in einem schicken neuen cafe einen milchkaffee und dann noch einen cappuccino pro kopf, da nach erstererem der regen wieder einsetzte.
frisch wars auch aber nicht so saukalt daß es viel ausgemacht hätte, nur längere touren ließen sich mit dieser nässe nicht wirklich in angriff nehmen.

der regnerische sonntagmorgen ging auch noch irgendwie rum, unter anderem durch eine brotzeit in der schönegger käsealm zwischen kirche und tirolerhof, die zwar keine alm oben ist sondern im ort selber liegt, aber dafür sauleckere käsesorten bietet. die beiden verschiedenen brotzeitteller hatten neben speck je 2 sorten so daß wir gut geteilt jeder 4 genießen konnten!

nachmittags wurde es schön und wir starteten eine traumhafte ausfahrt ins haupttal. dort gings auf dem radweg etwas oberhalb am berg entlang gen westen nach schattwald und von dort in das seitental der vils (die ja vermutlich auch dem see im süden den namen gibt?) richtung norden zur kälberhofalpe, auf dem bild hinten in der flachen talebene zu erahnen/vergrößern.

noch gesättigt vom käse wollten wir uns den appetit auf die halbpension am abend auch nicht verbauen und nur was trinken. zunächst setzten wir uns unter das vordach vor die hauswand, mit blick auf wichtige schilder (für die die’s oben links nicht erkennen nochmal in groß ;-))

da die sonne rauskam rückten wir mit dem kaffee ins offenere, ein paar tropfen trieben uns dann an den dritten tisch wieder unters vordach (die leuts müssen uns für bekloppt gehalten haben). dort gönnten wir uns dann doch noch ein zu sehr lockendes dunkles hefeweizen. die familie mit der wir diesen tisch teilten wollte aber lieber was zwischen die zähne bestellen und der gesprächswechsel sorgt immer noch nach wochen bei uns für heiterkeit in der erinnerung. der ging etwa so:

„haben Sie kuchen?“
„apfel“
„welche sorten kuchen haben Sie?“
„apfel“
„haben Sie keine anderen sorten?“
„nuss … da (verweis auf den nachbartisch) … war der letzte“

der wirt war dabei nicht unfreundlich oder stoffelig sondern nur einfach ganz kurz und knapp und präzise und ein uriger typ und grinsend und wir mußten dann alle lachen.
sie nahmen apfel (wen wundert’s) teils mit teils ohne sahne und genossen ihn sehr.
wir fuhren nach einer weile zurück und mußten wie schon auf dem hinweg auf anderer route ein stückchen schieben weil zu steil (für alte leute) und schotterig (für das beteiligte nicht-MTB), hoch zum landhotel rehbach, danach ging’s dann aber asphaltiert auf radwegen zurück „nach hause“ ins flachland und wir waren rundum zufrieden mit diesem schönen tag.

montags kam dann die 2. bergtour in strahlender sonne. zur usseralpe führt ein geschotterter fahrweg hoch, den wir für den rückweg eingeplant hatten. hoch sollte es eigentlich im mittelteil ein stück auf einem steileren direkteren wanderweg gehen. nur leider verpaßten wir irgendwie den einstieg (retour sahen wir das schild sehr gut, was uns da hin abgelenkt hatte ist unerklärlich), aber auch so war es eine schöne wanderung.

zunächst gönnten wir uns nur eine kurze rast mit kaffee auf der alpe um dann erst mal zum neunerköpfle rüber zu wandern und das dortige gipfelkreuz zu besuchen nebst blicken einerseits auf den haldensee (am nordufer hatten wir den cappuccio genossen) und andererseits nach tannheim“city“. dort oben war natürlich bei dem wetter und „dank“ der gondelbahn massenauflauf und wir flüchteten schnell wieder auf anderem schmaleren steileren weg retour zur usseralpe um endlich eine leckere brotzeit zu genießen.

die usseralpe ist aufgrund der erreichbarkeit ganzjährig auf und hat oben neben kühen auch ein paar schweine zur resteverwertung und einen schönen blick auf wellige grüne hügel so daß die rast etwas länger ausfiel und sehr genossen wurde.

am ersten tag vor ort war uns noch die sonne hold und so ging es auf die erste eingewöhnungstour, zunächst zum vilsalpsee und am rechten ufer direkt hoch in den berg, steil, anstrengend aber traumhaft und lust auf mehr machend.
die obere roßalpe war unser ziel, danach wollten wir mal sehen ob’s noch weiter über’s älpele oder direkt die untere roßalpe (leider nicht bewirtschaftet) zurück nach tannheim ginge.
letztlich haben wir es, um es nicht gleich zu übertreiben, dann auch bei letzterem belassen.

aber zuerst hieß es mal hoch höher noch weiter rauf, herrliche landschaft drumrum, beim umdrehen auch tolles panorama. oben im unteren bild kann man die alpe ganz oben rechts erkennen, darüber das „gipfel“kreuz auf 1740m auf dem grat über den dann der heimweg nach hinten runter erfolgt.

das steinesuchbild stammt von einer künstlichen art wasserfallbändigung oder sowas ähnlichem, jedenfalls hatte man da irgendwie mehrere quermauern gezogen in einer kerbe, die wohl manchmal auch wasser führen/kanalisieren (?) und über eine davon führte der wanderweg und da hatten viele unserer vorwanderer eine ganze „steinmännchenmannschaft“ aufgebaut.

kurz vor der hütte hörten wir schon das klingeln und sahen zuerst die pferde, dann kühe und genossen ein hefeweizen (aus der dose, klar, mangels lastenaufzug ist der nachschub wohl zu DOSieren !).

der junge mann der bei unserer ankunft am schlepptop saß meinte er sei den ganzen sommer da oben, aber „dienstags hab ich musikprobe unten“. nur: wie macht er das?
geht er dann anderthalb bis zwei stunden runter und wieder hoch, noch am selben abend (wohl kaum, im dunkeln?) oder am nächsten morgen? oder kennt er sanftere wege abseits des markierten wanderwegs mit steilen passagen (selbst über die untere roßaple [hat für die gar den schlüssel zum übernachten auf halbem weg?]), die pferde- (und damit z.B. auch gepäck) -tauglich sind??
dummerweise hab ich vergessen DAS zu fragen und es bewegte uns den rest des urlaubs.

dieses war der 2.teil, der nächste braucht auch noch ’ne weil …

mitte juli war „richtig“ urlaub angesagt, also nicht nur nicht arbeiten sondern mal wieder wegfahren.

wegen der wetterunsicherheit und der kürze (eine gute woche maximal) hatten wir schweren herzens doch nicht nicht mit moppeds geplant aber immerhin erstmals 2 räder auf dem hängerkupplungsträger was sich doch als sehr gute idee erwiesen hat, da man vor ort wesentlich flexibler ist auch ohne auto.

quartier machten wir mit voranmeldung im tirolerhof in tannheim, grad so in öschiland, also runter von der autobahn in oy-mittelberg und dann über’s oberjoch aus dem welligeren grüneren in den graueren schon alpineren teil des allgäus auf gut 1100nN.

der blick aus dem zimmer über den blumenbalkon im ersten stock war traumhaft: richtung vilsalpsee der von 10-17 nur durch bus+bähnchen oder zu fuß durch schönen wald erreichbar etwa 2,5km entfernt liegt, in dem ich so gerne mal schwimmen wollte was dann aber irgendwie doch nie geklappt hat zeitlich oder lust+wettermäßig ;-(

die an+abfahrt jeweils an den sauheißen mittwochen kostete ja fast einen tag und gab nur noch gelegenheit für ein wenig raderkundung des dorfs.

donnerstag war tolles wetter mit der ersten wanderung zum eingewöhnen bis auf 1740nN, der bericht zur roßalpe folgt …

freitag nachmittag bis sonntag früh war es kühl bis kalt und durchwachsen bis naß aber ein bischen rumgehen, einen schönen (nassen) lauf um den see und eine (nasse) radtour zum haldensee haben wir uns trotzdem gegönnt sowie 2 mal yoga auf der kuhweide bzw. im zimmer.

sonntag nachmittag gab’s dann bei erkennbar schönerem wetter eine wunderbare radtour in ein nördliches seitental zur kälberhofalpe und zurück über rehbach. die radwege sind gut markiert, es war aber auch profiliert und schotterig so daß wir nicht zuletzt zur materialschonung (der göga hat derzeit kein MTB) auch mal ein stück schieben mußten, was dem spaß aber keinen abbruch tat. dieses seitental ist einfach traumhaft und schien uns auch nicht so überlaufen wie es bei besserem wetter die gegend an sich sein könnte.

am montag konnten wir endlich bei ziemlich heißem aber dabei stabilem sommerwetter auf die nächste größere tour zur usseralpe/neunerköpfle(1864nN) und dienstag schließlich zum krönenden abschluß hoch zur landsbergerhütte, weiter auf gut 2000m und über die gappenfeldalpe wieder zum neunerköpfle mit abschluß knieschonend runter per gondelbahn.

auch dazu gibt es dann bei gelegenheit mal extra (foto)berichte aber im moment will ich wieder raus ins freie statt vor dem compi den restsonntag zu vergeuden, daher hier nur noch ein bischen impressionen von der mich beeindruckenden blumenpracht (für deren sammlung auf chip ich das eine oder andere mecker bekam ;-))