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Schlagwort-Archive: BAP

als bundeswehrkind bin ich ja quasi heimatlos. beziehungsweise „spätbeheimatet“. immerhin durfte ich dank gegenwehr meiner mutter die schulen zu ende machen ohne mittendrin umzuziehen. macht also in kurzform:

6 jahre OS ohne viel erinnerungen, da will ich immer mal hin und gucken was ich noch erkennen könnte

3 jahre porz-zündorf heute köln, die grundschulzeit prägt wenn man „drei mohl null is null bliev null“ lernt … witzig daß ich beim bewerbunsgespräch letzten sommer an der kasernenmauer (wahn) vorbeifahrend erinnerte dahinter im BWfreibad schwimmen gelernt zu haben

8 jahre TR entschleunigung XXL, nach dem motto „kommste heut nit kommste morgen …„, für permanent in bewegung befindliche (um nicht zu unken „hektische“) rheinländer schwer zu lernen aber das hat AUCH was, hatte nur keine naturwissenschaftliche uni also nach dem abi freiwillig weg nach BN

seit 78 bin ich im rheinland und wieder kölsch geprägt (nicht umsonst ist ANNA einer meiner diversen anderen nicknames) bis auf das getränk das ich einfach nicht als „bier“ titulieren mag.
erst kam wolperath, dann 6 jahre hennef-allner und seit 20 jahren (so lange wie nie) genieße ich als nördliche wällerin, da die knapp nördlich von uns gelegene sieg die grenze bildet zwischen westerwald und bergischem land, platz zum gucken und atmen.

je älter ich werde um so mehr merke ich daß ich kein stadtkind bin oder sein werde/will. ich freu mich lieber an den heute neu aufgetauchten kühen hinter unserem haus.

wo sonst mais oder getreideacker war im wechsel mit grünland tauchte heute plötzlich ein zaun auf und dahinter etliche schwarzbunte. als ich endlich auf die idee kam sie festzuhalten hatten sie sich leider schon weit verteilt auf dem mehrere hektar großen schlaraffenland.


was war sonst noch? mich traf der schlag beim besuch von facebook heute morgen. der ritterschlag. zumindest gefühlt. ein lauffreund, zunächst virtuell aus lauftipps.de, dann life beim inoffiziellen platinman des letzten jahres, der viel Viel VIIIIIEL bekloppter ist als ich (bezogen auf streckenwahl und vor allem -länge) macht sporadisch von seinen lauffreunden (die noch viel Viel VIIIIEL …) der ultra mega härtetypen (echte typen eben) so ’ne art portraits bei denen er filmplakate/titel/bücher verfremdet bzw. ihnen auf den leib schneidert.

das kann man kaum beschreiben, zu viel liebe zum detail, witz, hintergrundwissen (von dem ich nicht annähernd besitze) steckt darin aber ohne fb-account macht auch ein link keinen sinn. heute jedenfalls war ich scheint’s „reif“ und konnte auf meiner chronik sein jüngstes werk bestaunen:

ich war platt, bin es immer noch und ein bischen rot dazu ob der ehre. ob das was mit meiner redeflut beim laufen zu tun hat?

ansonsten verLIEF das wochenende wie die tage davor LAUFlos, also außer der nase meine ich, schniefend (abnehmend) hustend (zunehmend/stabilisierend) und vor dem ofen abhängend mit mal mehr mal weniger fellsupport auf dem schoß dabei hab ich mal eben 266 seiten „mozart&theWale an asperger’s love story“ verschlungen, schön wenn ein buch zum immerweiterlesen einlädt in sich rund+stimmig und dann auch noch mit happyEnd-et!

ich hab dann grad mal geschafft den hänger im carport leer zu räumen also das holz zu stapeln UND ich hab mit wasserwaage 2 nägel in die wand gekloppt um meine jüngste errungenschaft aufzuhängen, die LEVerkusener schwipp+schwager-verwandschaft möge mir verzeihen, ich konnte nicht widerstehen und hab mir vom limitierten kalenderplakat von henning huth ein exemplar gekauft, nachdem ich schon kleinere aus der zeitung ausgeschnitten und lange genug draufgeguckt hatte um verfallen zu sein.

nun hängt also nummer 726 von 1111 in süchterscheid an der wand und ich freu mich jedesmal wenn ich reinkomme, „Wenn ich su an ming Heimat denke un sinn d’r Dom su vür mer stonn

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freitag und samstag war ich sportfaul, garten hier+da und ansonsten geruhsames chillen auf paolo mit sudoku reichte und an wenigen abenden hab ich mal eben Andrea Camilleris „Die Spur des Fuchses“ genossen, da kriegt man allerdings immer hunger, das ist nicht nett.

vorher hatte mich übrigens, weil deutlich dicker auch etwas länger, Guillaume Mussos „Nachricht von Dir gefesselt. sein stil ist für mich immer ein wenig gewöhnungsbedürftig, das war auch schon bei „Weil ich Dich liebe“ der fall, einen tick zu aufgesetzt plakativ ausschweifend für meinen geschmack, aber ich gewöhne mich nach 20-30 seiten dran und die geschichten sind dann ziemlich unvorhersehbar so zunehmend SAUspannend, was sich da unscheinbar entwickelt und dann in etwas ganz anderem mündet als man zu beginn dachte, das ist schon eine wucht.

sonntag war ich dann immerhin 11km laufen morgens bevor wir zum spargelessen mit verwandschaft bei meiner ma waren, und heute morgen sind der süße und ich auf dieselbe runde gegangen. es war zwar heiß aber doch auch mit einem kleinen windchen gesegnet, der sogar bergauf willkommen entgegenblies, deshalb der heutige titel, frei nach BAP aber genau umgekehrt.

nach ein bischen mittagspause (ruhe war nicht so ganz drin weil pfingstfest im dorf, das muß sein, da boxt der papst und die landjugend freut sich [unter anderem am leiden der anderen beim siebenkampf]) sind wir auf die räder und runter ins siegtal. da lockte schon eine weile der siegstrand, mit biergarten schön gelegen auch wenn man hinterher erst mal kurz und SEHR knackig vom ufer wieder hoch auf die straße muß, PUUUUHHHHH.

den weiteren heimweg haben wir dann über den neuen radweg gelegt, durch oberauel mit traumhaftem blick auf stadt blankenberg

danach gings weiter durch auel und über die bahn nach merten, auf wenigen metern (noch) nicht rennradtauglich, aber der citytourergatte kannte ihn schon und hat mich überredet, die paar meter schieben zur materialschonung ging ja auch. der berg von bach hoch über niederscheid mittelscheid und oberscheid nach süchterscheid ist genau das richtige zur verdauung eines vorgrillhefeweizens und nun ist der bauch voll mit würstchen spareribs folienkartoffeln kräuterbutter und salat.

ich liiiiiebe diese langen hellen abende auf der terrasse (wie gerade jetzt um halb 10) leider kippt es in 3 wochen schon wieder, aber als positiv denkender mensch sind das noch 6 so traumhafte wochen (und die letzten 1-2 waren ja auch schon schön und damit nach hinten raus auch noch mal 2 mehr.

positiv denken muß man auch, wir haben wieder ein geliebtes fellmonster verloren (oder werden es morgen). mikas busen“freund“ für gemeinesames anjaulen und ab+zu schlägereien, rocky, der beim übernächsten nachbarn asyl fand nachdem sein herrchen wohl ende 2006 wegzog, und dort morli heißt, hat wohl krebs. das ging sauschnell, erst dachte man „nur“ an irgendwas im darm drin aber der 7 kilo brocken ist in 2-3 wochen auf 4 abgemagert und am ende. um die 8 jahre ist kein alter zum sterben und es ist sehr schade um diesen stolzen starken typ der viele nächte und sonstige stunden auch bei uns verbracht hat.

im stern hab ich die tage beim warten im vorzimmer des physio einen artikel gelesen von einer redakteurin etwa meines alters, anläßlich des kranken wolfgang niedecken, zu beginn noch passend, nur in seiner gesamtheit nicht meine eigene geschichte.

BAP ist ein teil meiner späten jugend, der ersten semester an der bonner uni.
das ist sowas von klar, das hat geprägt und bewegt.
von etwa 1980 an lief in meinem alten polo (fast) nix anderes mehr, bis „da capo“ hab ich alles in schwarzem vinyl, danach noch „x für e u“ als einzige silberscheibe.
genau DAS wollte ich mir aber da nicht mehr vormachen lassen, das heißt: DAS WAR’S.
mit den jahren bin also entweder ich stehen geblieben (und alt geworden?) oder aber das ganze hat sich (eher meine überzeugung) in eine richtung bewegt, die ich nicht mehr mag.
ich nenn’s mal ganz despektierlich „kaufhaushinergrundgedudel“ oder alternativ „mallorcastrandtrallala“.

bis dahin war ich ein stinknormaler fan, also nix übertriebenes.
oh wunder kenn ich sogar 2 leute die „die“ kennen, mindestens kannten, intensiv, die welt ist soooo klein.

mein göga ging mit dem büchel (und dem major?) in die schule, ich hatte sogar die ehre auf einem klassentreffen etliche jahr(zehnt)e nach dem abi mitgenommen zu werden, aber ein autogramm hätte ich trotzdem nicht erbeten, wozu?

und „der bogen“, freund aus alten (post- und face2face)spielertagen in bonn hat wohl mit dem wolfgang kunst gemacht, damals, keine schlechte parallelwelt.

immerhin hab ich mit kunst, der sogenannten „bildenden“ im gegensatz zur akkustischen, abi gemacht, damals, im leistungskurs neben mathe und (abgestuft als drittem) englisch. irgendwann in den späten achtzigern war mal eine ausstellung in köln da bin ich sogar extra hingefahren, hat mir gefallen.

musikalisch vollends abgehängt haben mich die (inzwischen ziemlich ausgetauschten) jungs vor ein paar jahren, als eine neue version von „frau ich freu mich“ ein paar wochen im radio gespielt wurde und ich schlagartig aus- oder umgeschaltet habe bis der spuk immerhin schnell wieder vorbei war.

wie man so ein tolles lied, dem aus jedem takt die power tropfte, die FREUDE auf’s heimkommen, zitat:
„Birch eraff met Röggewind,
minge Speed weet gigantisch
ohne Strunzerei,
volle nüngunachzich“

so glattbügeln und einbremsen kann, daß der typ bei dieser zeile quasi einschläft, ist für mich unfaßbar und tat nur noch weh.

bleibt also nur die erinnerung an schöne zeiten und die hoffnung auf baldige genesung, ich drück die daumen für viele schöne jahre die vielleicht ja nochmal veränderung bringen (die mich auch wieder packt) und sei’s „nur“ back to the roots ins stille kämmerlein zu leinwand, farben und sonstigem was spaß macht.

ey vorbild, dank dir schön, ich jlöv ich kriejet langsam selver hin,
ΔNNΔ