… Du bist so wunderbar …

von samstag (7.7.12) bis dienstag war ich mal wieder in der hauptstadt.

die ersten 3 besuche geschahen ja noch zu mauerzeiten als ich als studHk bei der GMD in birlinghoven mal hinmußte=durfte um mein materialwirtschaftsprogramm zu installieren/schulen/aktualisieren das dann später SAP zum opfer fiel was mir aber immerhin zweieinhalb jahre einer richtigen halben organisationsprogrammiererstelle einbrachte (zur migration und belohnung). damals hatte ich immer geschickt den freiflug genutzt um vor der arbeit mo+di schon fr oder sa hinzufliegen und irgendwie privat unterzukommen die ersten nächte und das einem schmalen studentinnenbudget sonst kaum mögliche großstadtfeeling zu genießen.
wäre ich nicht schon glücklich liiert gewesen hätte ich mir durchaus vorstellen können auch den ersten job nach der uni dort anzutreten, sogar umzäunt, so toll fand ich die stadt mit so vielen möglichkeiten, daß es erst mal 5-10 jahre nicht langweilig geworden wäre.
ungläubig war ich wie (fast) alle der meinung das ja „immer noch“ machen zu können so daß ich nie mal im ostteil war und plötzlich war offen — unglaublich, immer noch aus meiner sicht einer der berührendsten momente in der weltgeschichte die ich selbst erlebt habe. im mauerbaujahr geboren hab ich dann ja auch noch im mauerfalljahr geheiratet und damit irgendwie die daten fest verdrahtet.

der 4. besuch war kurz nach der wende auf moppedtour als wir nähe potsdam zelteten, in bleibender erinnerung sind die sanitäranlagen und der sand in dem kaum ein hering (wikipedia hat mich von meiner annahme des „ä“ abgebracht) festhalten wollte. richtig nett war’s mit der fähre rüber nach caputh (wo schon einstrein sich wohlfühlte) und deshalb haben wir das zwecks essengehen auch desöfteren getan, damals.

zum 5.mal war ich 2008 mit meiner ma im september dort für ein kurzes wochenende und das haben wir nun erneut von samstag bis dienstag in angriff genommen.

diesmal hab ich erstmals ein reisebüro aufgesucht und die dortige 2.ausbildungsjahr-azubine hat ihre sache gut gemacht finde ich. es gab als komplettpaket mit hotel zum ersten mal ICE statt flieger, von K nach B gut 4h, mit gelächter als auf der hinfahrt gegen ende eine durchsage kam „kann der lokführer sich bitte mal melden?“ ich glaub in der luft hätten wir das nicht so witzig gefunden, so überwog die hoffnung daß der zug ja nicht anders als in seinen schienen bleiben und vielleicht den weg auch selber finden könne, falls . . .

was fiel auf? eine großstadt ist laut, voll, stinkig und es gibt zu wenig (leibhaftige) katzen. das war alles schon immer so, je älter ich werde um so weniger zieht sie mich in ihren bann, um so mehr vermisse ich meine wälder und frische luft. aber abgesehen davon ist es für ein paar tage TOLL, immer wieder, WENN ich einer stadt verfallen würde dann bestimmt dieser!

kulinarisches

nach ankunft nachmittags kurz nach drei und zimmerbelegung haben wir uns „wie üblich“ erst mal der begrüßungsdekadenz hingegeben, sprich: KaDeWe (auf dem weg dorthin wurde ich gleich auf mein hennef-europawoche-t-shirt angesprochen, von touries die aus blankenberg kamen, ja nee is klar). im obersten stock also wurde lecker salat mit garnelen und einem glas wein zelebriert, die klassische mädelsaktion. draußen gab’s sintflut, aber egal. nach ein wenig kudamm-schaufensterbummel war der tag schnell rum und schräggegenüber vom hotel in der meinekestraße 10 fand sich ein italiener der pech hat am falschen ort zu sein, oder wir / unsere geldbeutel glück!
das luardi (meinekestraße 24) ist alles andere als ein touristennepp, preislich voll ok und geschmacklich klasse, sehr freundlicher service, außentische an der seitenstraße 200m vom kudamm ruhig genug und mein härtetest ging voll auf: die lasagne ist mit die beste die ich je außerhalb der familie bzw. italiens genossen habe!
wo sich normalerweise in deutschen landen / pizzerien in der unvermeidlichen ovalen auflaufform dünne schichten von nudeln mit gekochtem schinken (*sic*) abwechseln in ihrer bemühung in der unmenge dünner soße drumrum auseinancer zu driften gibt es hier einen (fast) schnittfesten block mit der richtigen konsistenz von nudeln und bolgnese auf einem teller.
die gute portion rucola mit gehobeltem parmesan obendrauf paßt zum derzeitigen zeitgeist und da ich das nussige aroma mag (nur halt nicht zwingend immer und überall als beilage wie im moment mode) weshalb ich ja selber immer welche im garten habe, hatte ich vorab einen kleinen vorspeisen“salat“ und danach den vollen genuß.
gegenüber gab’s „tagliatelle al salmone“ und auch volle zustimmung.
der 2.abend sah meinerseits „linguine frutti di mare“ die erneut sehr gelungen waren weil reichlich bestückt mit unterschiedlichen früchtchen und fischstücken und keinesfalls das oft bekommene einerlei aus ein paar wenigen nordseekrabben und dosenmuscheln.
gegenüber gab’s „spaghetti aglio olio“ und ebenfalls genuß.

ansonsten waren wir mal hier mal da auf eine kleinigkeit und dienstag vor dem weg zum bahnhof nochmal zur abschlußdekadenz diesmal im untergeschoß (der galeries lafayette) in gestalt einer quiche lorraine mit weinchen im sitzen und einem crêpe grand marnier auf die hand.

historisches

da ich bisher noch nie auf der museumsinsel gewesen war haben wir uns sonntag die kombikarte gegönnt und 3 der damit begehbaren 5 museen durchwandert:
das neue museum beherbergt die ägypter, die dame mit der nase darf man allerdings (so ziemlich als einziges) nicht fotografieren, dafür gab’s drumrum endlich mal die gebührende aufmerksamkeit für meine heißgeliebten fellmonster.

die alte nationalgalerie zeigt viele teils sehr schöne gemälde, in den schinkel hätte ich mich glatt verlieben können, nicht nur in den holden jüngling in weißem marmor (alabaster?) sondern auch das eine oder andere bild.
mir sind landschaften ja generell lieber als so manches wenn auch die damaligen zeiten teils sehr präsent werde lassende bildnis von menschen, daher kommt vermutlich auch meine vorliebe für die impressionisten. bei auguste renoirs kastanienbaum mußte ich allerdings schmunzeln, laut tafel darunter lebte der künstler von 1841 bis 1819, war bei schaffung dieses schönen bildes also nicht 40 jahre alt sondern schon seit 62 verstorben? kann ja mal vorkommen, insgesamt erneut ein sehr schönes haus und lohnenswert daß man es nicht links liegen läßt.

das pergamonmuseum ist ja eigentlich hinlänglich bekannt aus presse funk+fernsehen aber trotzdem war ich noch nie drin und überrascht daß es weit mehr als „nur“ diesen gigantischen pergamonaltar beherbergt, aus meiner sicht weit schönere großartige stücke in groß bis riesig

aber ebenso auch kleine schätze, zum beispiel ein spielbrett und würfel aus bergkristall 2500-3000 jahre alt (s.o. neben den katzen) was die „alte“ brettspielerin in mir natürlich freute.

32 brücken im sitzen

der montag stand im zeichen einer ausgiebigen schiffstour. hatten wir vor 4 jahren noch die kurzversion durchs für uns damals noch neue regierungsviertel und retour vorgezogen gab es diesmal die große tour mit 4 stunden die wir nicht bereut haben weil sie wie im flug vergangen. nach start des schiffs am schloß charlottenburg konnten wir am einzigen halt reichstagufer zusteigen und dann gen osten die spree entlang in den landwehrkanal mit zunehmend abnehmender durchfahrthöhe der brücken unter anderem die erstaunlich grünen ufer in kreuzberg genießen.

am schloß gab es eine dreiviertelstunde pause die schnell vorbei war und dann gings zurück auf der spree vorbei am hauptbahnhof und dem band des bundes. 15€ mit 25% rabatt aufgrund der welcomecard (72h verkehrsverbund-freifahrt) sind dafür gut angelegt und alle paar jahre ein echter genuß.

was noch?

laufen im tiergarten, nett wenn auch vorbei an martialischen gestalten

und dem open-air-gaslaternen“museum“ (die rechteste ist neu/strom in der meinekestraße mit joggertrophäe)

im zoo waren wir diesmal nicht, aber ich erinnere ihn als schön aus den späten achtzigern also steht er auf der liste für den nächsten besuch

geschmunzelt hab ich auch über die aufdrucke auf den orangen sammelbehältern am tauentzien:

  • Mc it rein
  • With best Wisches
  • Happy Bürstday
  • Viel Glück und viel Fegen

außerdem gabs wieder hackesche höfe, erstmals für mich das nikolaiviertel, heim über den alex und dienstag vor der heimreise nach drei noch einen bummel auf der friedrichstraße mit quartier 206 und diversen nobeleindrücken unter anderem automobiler art …

dem rolls hab ich später mal nachgesurft und wurde unter autogespot fündig, der scheint was besonderes zu sein, dieser rolls-royce ghost whow!

die heimreise verlief ähnlich unspektakulär wie die hinfahrt bis auf einen unfreiwilligen halt auf offener strecke „es befindet sich eine …gefährdete person …“ letztlich waren wir dann rund eine halbe stunde später in kölle aber es gibt schlimmeres, tschüß biszum nächsten mal

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