schälblick

zwischen köln und düsseldorf gibt es ja bekanntlich eine ziemlich hochnäsige animosität, kaum zu glauben daß eine schifffahrtslinie sogar beide städte im namen trägt.
ähnliches scheint mir für bonn zu gelten, das seinen vorort beuel als auf derschäl sickgelegen abkanzelt.
meiner meinung nach (die ich ja zu hennef an der sieg [ihrerseits ein rechter nebenfluß des rheins und kurz nördlich von BN in selbigen mündend] gehörig beheimatet bin) ist diese RECHTE, wie der name schon sagt, alles andere als schäl sondern im zweifel die RICHTIGE seite 💡

soweit das vorwort zum heutigen feierabendläufchen.
ich hatte einen der selteneren aber ab+zu eingeschobenen linsenfrei-tag, also brille den ganzen tag. damit laufe ich aber nicht gerne. wenn es doch noch regnen sollte ist sie nass von außen und innen, wenn nicht je nach temperatur und luftfeuchtigkeit und steigungen von innen beschlagen.
in der abenddämmerung leuchten die bunten orangen laubblätter wegweisend am boden, also los wie nicht oft aber durchaus so manchesmal ohne alle sehhilfe.

ich kenne meine strecken. das muß ich dann auch, da just die vorausschauende trittdistanz in 2-3m von keinem auge bedient wird. das rechte kurzsichtige hat sich da längst ausgeklinkt. mit dem kann ich prima im bett lesen wo so manche(r) in meinem alter die guckmaschine nun gerade braucht weil die ärmchen zu kurz werden.
das linke weit- und stabsichtige ist da „noch nicht zuständig“, wenn ich das (trotz aller unschärfe immer führende) rechte zukneife geht es ein bischen besser, aber hat das mal jemand probiert? das ist ganz komisch, so 2-dimensional ohne tiefe mehr als ein paar sekunden zu laufen, dann doch lieber 3D-schwammig. würde jemand ein dünnes stahlseil tief über den weg spannen — na danke — abflug. aber sowas tut keiner. die ratze-rache wär so grausam, das riskiert (hoffentlich) niemand 😉

so trabte ich also kurz nach halb sechs fröhlich aus dem dorf durch die felder, noch offen/hell auf asphalt, und dann runter ins mergelstück. hoch gings nach mittelscheid, und raus aus dem dorf. dort entdeckte ich, daß es nicht nur ortsendeschilder mit hinweis auf das nächste mit distanzen von 1km oder 2km oder (selten) 0,5km gibt die mal richtig mal falsch sind, aber bisher die einzige mir bekannte einheitsstückelung.
von mittelscheid jedoch wird auf niederscheid (das sogar nicht mal ein gelbes sondern nur ein nachrangiges grünes „ortsschild“ sein eigen nennt) als in 200m verwiesen, klasse!

kurz vor besagtem minigrünort, der in der tat was grünes hat, nämlich inhaltlich, weil dort auch gewächshäuser von unserem ökogartenbau stehen, in die ich schon mal vor ein paar jahren per treckertour am hoffest eine führung mitgemacht habe (sehr interessant über tomaten, paprika … biologische schädlingsbekämpfung [schlupfwespen&co]) bog ich rechts ab wieder runter ins krabachtal. dann ging’s nochmal nach einem schönen erholsamen flachen waldstück hoch an ravenstein vorbei heim, 9km drachentraining mit viel genuss.

da ich dabei keine fotos gemacht hab gibt es zum abschluß hier noch eins vom nachschub für die übernächste heizsaison:

ungefähr mit einzug ins elterliche eigenheim in wolperath 78/79 wurde eine kastanie gepflanzt, wie man das oft so macht in die grundstücksecke und eigentlich viel zu dicht am rand. die wuchs und gedeihte prächtig, zu prächtig, wurde dann vor ein paar jahren rigoros gekappt und nun hatte meine mutter sich entschlossen den dicken einsamen rest auch noch fällen zu lassen.
den haben die gartenbauer ihr dann (auf meinen wunsch) in die einfahrt gelegt, freundlicherweise schon in passende ofenlängen zerlegt, den rest macht unsere kettensäge, den transport machte das hängerchen am freitag abend.

der göga wurde bei der gelegenheit gleich so richtig verwöhnt und bekam was ich ihm nie kochen würde: königsbergerklopse. er war (wie immer) begeistert, jaaaaaa, sie waren lecker, aber ich mag diese art gekochtes graues hack einfach nicht, dieselbe baustelle sind gefüllte paprika (noch schlimmer) oder kohlrouladen (etwas besser weil versteckt und da wenigstens der kohl meist ein wenig angebraten ist). ich hab’s überlebt.

bei meiner schwiegermutter krieg ICH dafür cozze (miesmuscheln [MIT schalen]) in spaghetti mit tomatensoße durcheinandergerührt in einem großen pott, HERRLICH, da rennt mein süßer fast rückwärts raus beim gedanken 😆
ich nenn das ausgleichende gerechtigkeit (und immerhin muss er die da nicht essen sondern genießt alternativgericht, zuletzt ebenfalls heißgeliebten sauerbraten)!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: