petit medoc mais grand plaisir

am samstag war in königswinter oberdollendorf der kleine bruder vom großen be[s|l]äufnis.

den „echten“ hatten wir 2007 mit meddys sportreisen genossen. ein sehr langer bericht mit fotos und incl. dem vorbericht vom training 6 kleinere runden mit VP bordeaux+mampf im carport — update: stand mal bei meddys aber leider … ist die seite gelöscht 👿

obwohl wir derzeit weniger laufen als sonst und kein wettkampffieber mehr verspüren war klar, daß wir uns DAS nicht entgehen lassen wollten. kostümtechnisch war wenig geplant, ich hab mich aber noch schnell in die passenden farben gesteckt, rot-weißes singlet und eine knallblaue radler was ja wohl zusammen als tricolore durchgehen sollte (und am ende tatsächlich noch eine flasche wein für kostümierung erbrachte, dankeschön).
der göga hielt sich fern (von verkleidung) aber nah (bei mir) und genoß in maßen da er die heimfahrt „gewonnen“ hatte. ich glaub aber im nächsten jahr leisten wir uns dann einfach mal ein taxi und holen am nächsten tag das auto mit rad oder zur not dem zweiten wieder ab, 20km sind ja nicht völlig aus der welt. er war so unscheinbar zwar nicht alleine, aber sehr viele andere waren zum teil richtig phantasievoll unterwegs, genau so wie im richtigen fronkreisch.

besonders auffällig waren natürlich thematisch zusammengehörige gruppen, wir wurden besonders von den knackies immer wieder fast überrollt (s.u.), die mit ihrer wachfrau die stände stürmten und vor denen wir uns lieber mal in sicherheit bringen wollten.

auf der 3,3km strecke mit heftiger steigung zu beginn teils im schönen wald teils oberhalb der weinberge mit wunderbarer aussicht

auf das rheintal mit bonn und das siebengebirge waren sage und schreibe 6 verpflegungsstellen postiert:

  1. wein vor dem ersten RICHTIGEN anstieg
  2. baguette mit honig zur stärkung und 2 sorten met sowie „monsier le quetschcommode“
  3. wein mit ausblick (nach dem berg) und 4 gang menü
    • schwarzbrot mit kräuterkäse
    • ein scharfes süppchen das mich sehr an gazpacho erinnert hat
    • nudeln im brottässchen
    • erdbeerdessert
  4. wein mit saxophon vor dem einrollen ins tal
  5. wein vor einem völlig unnötigen neuen berglein
  6. wein mit stern(eküchen)talern (miniquiches vom edelrestaurant) vor dem zieldurch+einlauf

wir ließen den ersten erst mal aus um wenigstens ein kleines bischen ans rollen zu kommen. im medoc hat man da keine chance, nach 1km mit 7000mann ist stau bis km5 und pflicht zum genuß von anfang an 😉 dafür sind sie da dann auch ein klitzekleines wenig dünner angesiedelt, „nur“ so etwa alle 2,5km …

vom met wählte ich zunächst den trüben jüngeren (weniger starken?) zum brot das sehr lecker war. leider gab’s in der 3.runde keinen met mehr aber das allerletzte brotstück haben wir den abbauenden spendern noch abgeschwatzt, vermutlich war es zur eigenen stärkung schon beiseite gelegt, DANKE!
am dritten stand der käse war SEHR lecker, auf nachtisch hatte ich noch keine lust.
den 4. ließen wir erst mal wieder sausen, runter ins tal am ministand eine kleine stärkung vor der delle und dann leckere quiche, alles bis dahin SUPER weißweinchen und viel spaß.
die 2.runde verlief so ähnlich außer daß wir stand 1 statt 2 nahmen, an 3 genoß ich das süppchen mit einem kleinen stück kanbberbrottassenkante zum löschen denn es war SCHARF, der göge murmelte den rest des laufs gefühlt pro kiloemter 2 mal „mann war da knofi drin“.
zu den nudeln konnte ich mich da noch nicht durchringen da ich sie zu schwer im bauch wähnte, ein FEHLER denn in der 3. runde waren sie alle.
am 4.stand gab’s kurzen schluck und flucht vor den gestreiften

und am 5. inzwischen nur noch den lieblichen der nicht so mein ding war aber die geschmäcker sind ja unterschiedlich.
dabei trat mich till „das pferd“, die jugend von heute, mit schmackes vors scheinbein was natürlich bei jeder weiteren begegnung zu permanenten frotzeleien führte, wer mich kennt weiß daß ihm die ohren geklingelt haben müssen.
die sterneköche am 6.stand hatten reichlich gebacken aber die trinkfreude leider auch unterschätzt, vin fini 😦
essen beim laufen ohne nachzuspülen ist nicht so ganz prickelnd, aber in der 2.runde fand ich da immerhin noch einen edlen spender eines schlucks gerolsteiner.

beim 2. zieldurchlauf mit blick auf die uhr wurden alle hochrechnungen übertroffen. mein kommentar war nur „wenn das ein 10er wär würde ich mich schämen (für 1:08), wie gut daß wir noch ne runde laufen ‚müssen‘“ 🙂

nun wurde überall gehalten wo es noch was genießen gab und am 4.stand entdeckte ich erstmals sogar einen roten, ich weiß nicht ob ich den woanders übersehen hatte, aber damit kamen wir gut auf den rest des wegs und munter ins ziel wo bacchus darauf wartete nach dem startschuß seinen weiteren pflichten in form der siegerehrung nachkommen zu können. das dauerte wohl noch eine weile da in ermangelung von chip(wertung) die zuruflisten wohl etwas durcheinander geraten waren mit mehrfacherfassung derselben nummern (3 runden ;-)), so oder so ähnlich habe ich ihn verstanden als ich ihn beim pausenkippchen „erwischte“ *ggg*
für uns nicht prämierenswerte gabs aber wie für alle beim reinkommen in den hof ein schönes stilglas mit passendem schliff, in das man sich immer weider proben schenken lassen konnte. da der regen von vor dem start nicht wagte sich nochmals blicken zu lassen konnten wir gut im garten mit vielen freunden den rest des nachmittags genießen.

ich hoffe sehr daß das ganze auch für die winzer nicht nur last und sponsorenausgaben sondern auch zuspruch ergeben hat und sie sich nächstes jahrerneut bereithalten.
ich denke ich werde auch mal gezielt ein paar fläschchen einkaufen fahren demnächst, quasi zur förderung des regionalen mittelstands und damit wir nächstes jahr erneut zur belustigung der spazierenden japanischen touristen die weinberge in oberdollendorf unsicher machen können.

vive la france
vive les dollendorferains
vive le petit medoc

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3 Kommentare
  1. chris sagte:

    Jepp, fein war das!Ich hoffe auch, daß es nächstes Jahr eine Neuauflage gibt.

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  2. Sehr schön :). Und dass der Legendäre auch dabei war… wie kam das denn?
    Ich glaube, dieser Till wird sich demnächst vorher genau überlegen, wem er vors Schienbein tritt ;). Wieso macht er sowas überhaupt?
    Dafür, dass Du Auto fahren musstest, hast Du aber doch einiges intus gehabt oder? Hört sich das nur so an?
    LG und erhol Dich gut,
    Mary

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    • ich mußte doch nicht, oben steht doch ‚der göga …genoß in maßen da er die heimfahrt “gewonnen” hatte‚, das war leicht ironisch gemeint, also das solltest Du Dir für’s nächste jahr auch mal überlegen.
      der tritt war ja nicht absichtlich, hat halt nicht geguckt daß da wer hinter ihm steht. aber daß er mich dann die ersten paar treffen immer gesiezt hat, DAS nehm ich ihm übel 😦

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