grüneSoße

ich bin kein grufti (oder wie auch immer die typen sich heutzutage nennen mögen), also komplett in schwarz … da würde mir auf dauer was fehlen. weiß ist viel zu empfindlich um auf bäume zu klettern, oder was auch immer. ich bin auch keine „dame in den besten jahren“ (also kurz vor dem verfallsdatum [oder darüber?]) gedeckt in bleu, beige, creme oder rosa. ich mag richtige farben. eigentlich alle, je nach tageslaune, auch mal gemischt aber dann lieber tonInTon wie rot+orange+rosa gemeinsam.
aber am liebsten ist mir glaub ich wirklich GRÜN.
deshalb liebe ich auch unsere heimische mittelgebirgsregion mit ihren welligen strukturen von wäldern und feldern, erstere gerade jetzt deutlich unterscheidbar zwischen tannen/fichten und buchen, letztere wieder oft in gelbem raps leuchtend und ansonsten in herrlichen nuancen von hafer, roggen (selten), weizen, gerste, mais und viel wiese mit viel klee. so toll ich im urlaub (vor allem mit mopped) zum beispiel die dolomiten finde könnte ich dort nie leben, in diesen schroffen felsen oberhalb der (nenneswerten also deutlich weit sichtbaren) vegetation. klar ist mir dann auch meer/strand/sand-wüste zu öde. da mag es gute gegenargumente geben, aber wo ist das grün?

der abschied vom heißgeliebten äpfelchen beim tausch in die rote tomate fiel deshalb ende 2010 auch nicht ganz leicht, auch wenn er mit 240000km bei einem benziner so langsam mal angesagt war.

das frühjahr, wenn es denn so wie derzeit in volle fahrt kommt, ist daher auch meine allerliebste jahreszeit. und einer der höhepunkte ist die erste völlerei in grüner soße!

die gab es dann gestern und hier das „making-of“

man sieht die hauptzutat, den sauerampfer, darunter ein wenig maggikraut, aber eher homöopathisch, nur weil’s so schön wächst im garten so groß, dazu in der schüssel und auf der arbeitsplatte pimpinelle, estragon und viel zitronenenmelisse nebst einem blättchen bärlauch, später hab ich noch ein bischen gundermann geholt (hab keinen borretsch) mit schönen lila blütchen und tk-kräuter+petersilie (mangels frischer) spendiert. dill mag ich nicht, die sachsenhausener mögen mir verzeihen. natürlich kommen zum würzen zu pfeffer+salz eier in gestalt von dotter verrührt mit +senf+eigeneZitrone mit olivenöl rein und danach das eiweiß in würfeln. als grundlage dient yoghurt, saure sahne, schmand, insgesamt wohl ein guter liter wie man dann unten rechts sieht (es ist ein k_l_e_i_n_e_r rest übrig ;- )

dazu gibt es neue pellärpel und harte eier (ich mag kein graugekochtes fleisch, also keinen tafelspitz wie er alternativ angeboten würde) und am besten schmöcke (? s.u. !!!) eigentlich ein sautrockener saurer herber trierer viez, leider hier nicht erhältlich. so mußte es ein rest von einem ewig schon angebrochen (manchmal hab ich lust auf ein ökologisch mehr als fragwürdiges parkplatzwagenschnellbrat-halbes hendl, *schäm*, und auch dazu paßt für mich am besten sowas süffiges) herumstehenden possmanns. der ist natürlich kein vergleich zum wahren stöffchen und die viezkenner mögen mir verzeihen, aber in der diaspora … früher hab ich wenigstens ab&zu noch eine 6er-kiste merziger alter särkower in einem rewe bestellen können, der kam als allgemeinverkäufliches dem der urigen kneipenabfüllingen schon noch näher, aber die zeiten sind auch vorbei.

drumrum sind wir im feuchten wald gelaufen, also samstag und sonntag mittags mal gut 6 mal 11km durch die vorgezogenen eisheiligen (hoffe ich mal), ansonsten war’s ein faules wochenende, ich war viel mit dem jennerwein im bett.
wer den nicht kennt: da gibt es einen bayerischen kabarettisten, Jörg Maurer, der schreibt krimis die spielen da wo wir gerne (und letztlich viel zu selten, die rente ruft … ;- ) urlauben, allein beim lesen könnt man so seine sachen packen und auf und davon …
den ersten, „Fönlage“, hatte ich vor einiger zeit gelesen, dann kam er auch mal vor einiger zeit (letztere kürzer als erstere) im fernsehn und ich erinnerte mich sofort und hab daher neulich mal die teile 2+3+4 spontan erstanden für den bedarf nach leichtem unterhaltendem statt schwerer kost. die bin ich nun am verschlingen, da sie immer skurriler witziger verrückter werden unabhängig vom eigentlichen kriminalfall vor allem in der schilderung von land&leuten, situationskomisch, da kommt die kabarettistische seele so voll durch mittlerweile, mei, des is a freid!

noch ein literarischer nachtrag zum obigen „schmöcke“ von dem ich KEINE ahnung hab ob das so gildet: im neusten dottendorfer soccer nummer 307 bin ich über ein HERRLICHES gedicht „Winterweh im Oberland“ gestolpert, von dem ich hoffe daß jeder dem link nun folgend die selbe freude an der sprache empfindet auch wenn mancher sich vielleicht wissenschaftlich vor grausen winden möge, ich find’s klasse!

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4 Kommentare
    • träum weiter 🙂 die ist schon lange im bauch, der kleine rest („klein“ … naja, 350ml?) steht im kühlschrank für donnerstag, wann ich zu hause bin verrate ich nicht *ggg*
      aber LECKER stimmt, ich könnte da ja drin schwimmen, also lieber nicht weil ich dann untergehen würde beim nichtwasserschlucken 😎

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  1. Pingback: ratzerennt

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