der hahn ist tot

der krimi von ingrid noll ist eines der wenigen bücher, zu dem ich, nach zweimaligem beginn, keinen zugang fand und das ich letztlich ungelesen bis auf die ersten 20-30 seiten beiseite gelegt habe.

aber hier geht es nicht um einen (fiktiven) krimi sondern die harte realität in dem zoo da draußen, ganz konkret, denn nebenan im hühnerstall hat sich freitag früh kurz vor 4 ein drama ereignet.

ich habe das geschrei gehört, hatte die hoffnung daß es „nur“ 1-2 erwischt. am tag totenstille. die wiese vor dem stall voller federn. kein hahn krähte mehr morgens, wie sonst manchmal auch schon (leicht verwirrt ?) weit vor dem sonnenaufgang, was mich aber nie gestört hat. das gehört ins dorf. im moment ist es ganz ungewohnt einsam.

die mutigsten der hühnerschar hatten sich über die letzten monate aus einem schlupfloch im zaun erst zu uns und den komposthaufen an der anderen grundstücksgrenze vorgewagt, rund 20m.
ich hab nur noch ein foto von mai gefunden, da waren die großen noch drin (oder das loch im zaun noch zu klein) und nur die damals noch kleineren küken hatten kein problem durchzuschlüpfen, was die hennen immer in helle aufregung versetzt hat.

dann waren sie noch kecker geworden, der sonnige spätherbst lockte auch einfach zu sehr, hinter den 5 langen schmalen parzellen ist feld, derzeit gründüngung/futterwiese, und sie hatten ihren aktionsradius schon auf knapp 50m ausgeweitet.
ich fand das schön anzusehen, sie waren immer auf der hut wenn jemand kam, um dann schnell wieder in den heimischen hof zu flüchten.
hinter dem zaun waren sie „zutraulicher“ und alle salat-/gemüsereste flogen mit leichtem lockruf meinerseits hinüber, meist waren die beiden enten zuerst da.

vor 19 jahren mit unserem einzug und dem unserer ersten belegschaft an 4beinigen „fellmonstern“ hatte ich mir zunächst sorgen gemacht, ob das gut ginge. aber krümel ging regelmäßig streife und war daher als mäusefängerin bei nachbars sogar beliebt. obwohl sie sehr geschickt und geduldig leider auch etliche vögel fing waren küken immer tabu, vielleicht auch die schnäbel der hennen zu spitz und unangenehm?

gegen den nächtlichen überfall vermutlich einer ganzen fuchsfamilie war das aber keine echte gegenwehr. alle 12 tiere waren weg, also wenigstens nicht einfach so sinnlos massakriert sondern mitgenommen, als futter sozusagen zu einem „guten“ zweck.
so spielt die natur, und der nachbar hat schon nachschub geholt der momentan noch still und verschüchtert im stall hockt und sich eingewöhnen muß.
nachbarssohn meint der hahn sei nicht mehr so schön wie der alte, aber immerhin, ich habe hoffnung daß wir bald wieder neue federfreunde aus dem fenster beobachten und im halbschlaf den noch fernen morgen ausgerufen hören können.

gelaufen bin ich aber auch, gestern mit schlechtem gewissen spät los kurz nach 4 mit wissen um baldige dämmerung, mittelmäßiger start um 7min/km oder langsamer am berg, aber dann zunehmend schneller und mit einer endbeschleunigung auf knapp um 5min sehr zufrieden nach einer schönen knappen stunde und gut 8km wieder zu hause. ich liebe solche einheiten bei denen man hinterher weiß wieso man sich aufgerafft hat!

heute dann war noch mal eine der letzten gelegenheiten für einen längeren trainingskanten zum 7gebMarathon in 2 wochen. lange läufe können gar nicht zu langsam sein. der vorteil ist, daß man dann falls es mal unterwegs was kühl wird einfach einen zacken gas geben kann, wohingegen man, wenn man anfangs (zu) schnell rennt und dann kaputt ist nichts mehr zuzusetzen hat und trotzdem aus erschöpfung frieren kann ab+zu.

die siegrunde war geplant, rund 22km, den steilsten berg nach gut 20min hab ich allerdings weggelassen, gefühlte 45° also 100% sind gut als malberg- oder drachenlauftraining, der mara ist „weich“ gelegt und braucht mehr lockere länge als fiese anstiege, sosehr ich auch das runtertrotten nach dem berg liebe.
heute also direkt im krabachtal links richtung bach, dann hoch zum golfplatz, runter nach harmonie, über die bahn und an der sieg auf dem für mich mental immer schwierigsten stück wieder in richtung heim.
ich hasse es wenn man montags sieht wer freitags zu besuch kommt, da denke ich jedes mal an margitta die die ganze zeit am meer läuft und das schön findet, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. am wichtigsten ist aber daß uns beiden das gefällt was wir tun!

von der sieg geht es sanft hoch nach merten, vorher an „meiner“ quelle vorbei, und bei dem fehlenden niederschlag (ich meine was von 0,4l/qm im november gelesen zu haben, das ist mein üblicher becher tee von dem ich morges eher 2 trinke!) hatte ich nicht erwartet da noch einen tropfen zu bekommen, da sie sonst auch schon manchmal versiegt war.
aber wider erwarten floß es, deutlich mehr als nur ein (bakteriell eher fragwürdiges, obwohl ich auch das früher schon problemlos weggesteckt habe) tröpfeln.
dort dann also die erste pause, wohl knapp 2min und 10 handvoll leckeres kühles nass. daß das tatsächlich floß spricht meiner meinung nach für eine echte quelle oben aus dem berg, anders als nur versickertes in wasserführender schicht zum rand abgeleitetes oberflächenwasser.

weiter ging’s, kurz vor auel traf ich nach rund 2h zum 2.mal auf eine wandergruppe die sich lachend einen „anschiß“ abholte so ihr kommentar auf meine bemerkung, daß sie ja wohl abgekürzt hätten über bach direkt nach merten, da ich sie etwa 25min nach meinem start schon mal im krabachtal überholt hatte 🙂

die nächste pause kam am bahnübergang, der ist jetzt im spätherbst generell zu, aber man kann klingeln. der diensthabende rief dann „zugfahrt“ was heißen soll „bitte noch ein bischen geduld“. nachdem die S-bahn durch war -> schranken auf -> ratze rüber -> „fertig“ gerufen (so steht es auf dem schild und ist auch verständlich, damit die wissen wenn man drüber ist, ggf. in größerer gruppe).

die letzte zugegeben „etwas“ längere pause hab ich mir dann nach dem letzten heftigeren anstieg hoch nach blankenberg gegönnt. das hat sich vor ein paar monaten (letztes jahr?) schon bewährt, da kam die erinnerung und damit die lust auf eine kleine einkehr beim karl-heinz im weincafe alt blankenberg, 2 gläser wasser, einen roten von der ahr, und dann noch rund 3km nach hause. ein schöner tag & lauf 😉

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