kreis lauf

der kreis ist ja eine ideale geometrische figur in der alle punkte des randes (der strecke) gleich weit vom mittelpunkt entfernt sind. zum laufen selten vorkommend, außer als hamsterrad, aber meist auch nur für solche gedacht/gebaut und mehr als 1-3 passen dann auch nicht rein …

für die menschliche spezies wurde das ganze erst mal flachgelegt, dann aus der idealen gestalt heraus etwas gezerrt und verlängert zu einem oval, also gut meßbar als 400m-bahn verlängert angelegt.
es gibt tatsächlich leute die es sich antun da mehr als nur ein paar runden tempotraining zu absolvieren. man berichtet von 6h, 12h, 24h, 48h oder gar 6-tage-rennen, wo dann alle 6h die drehrichtung gewechselt wird damit die knie nicht schief werden. ohne mich.

aber troisdorf im „kreis“ laufen, früher mal 2500m, jedes mal am ende der runde ins stadion durch ein VP-zelt wo man kann aber nicht muss (etwas zu sich nehmen wie salzstangen, bananen oder plätzchen, wahnbachtalsperre kalt und auch angewärmt, cola [dito 8-] tee oder iso), ja.
das hat was, immer noch von beklopptheit, aber schon einen gewissen abwechslungsreicheren charme.
denn die strecke geht aus dem stadion raus erst mal um die ecke auf den deich, somit ein hauch von landschaftslauf.

ich war seit 2007 (am 11.11. und daher ein paar runden ab 11:00 mit hexenpappnase … ;-)) jedes jahr da und erinnere immer nur SINTFLUT. mein göga hatte mir im vorfeld aber glaubhaft versichert in dem jahr in dem unser lt hennef/sieg mit 196km den 2.platz der mannschaft gemacht hatte, 2008, sei es nicht soooo schlimm gewesen. mag sein.

damals hatte ich auch nur 30km, davor und danach jeweils 35 und letztes jahr mit parkplatz an der vorverlegten startlinie mit neuer runde komplett durch’s stadion und 2742m bin ich als langer trainingskanten für den siebengebirgsmarathon (der dann ausfiel) in der liste gewertet mit 30806 und dann bis zum auto und unter die warme dusche.

ich hatte also immer noch eine rechnung offen mit diesem teil, bei freundlicherem wetter endlich mal was mehr laufen, eigentlich ja auch endlich mal die 6h vollmachen.
nicht, daß ich noch nie so lang unterwegs gewesen wäre, alle drei rengsdorfer 50er waren natürlich länger mit den höhen und dem genuß, und wegen des letzteren auch ganz klar medoc (zielgabengarantie bei 6:30 und deshalb punktlandung nach austern, bordeaux&co mit 6:29).
aber dieses jahr zickte ja seit monaten mein linker mittelfuß, der drache war langsam gelaufen leidlich erträglich als hexe sehr genossen, aber in den wochen danach wechselten sich eigentlich immer ein erfreulicher/schmerzfreier lauf mit einem ätzenden wo’s ab 5km zunehmend hart wurde und daher auch schon mal abgekürzt.
in dieser beziehung also kein gedanke an irgendein vorhaben, alles zwischen 20km und 6h war denkbar aber nur ersteres wirklich realistisch.

im vorfeld waren einige verabredungen im bereich jogmap gelaufen, es war also in erster linie ein lauf mit schwätzchen in guter gesellschaft bei tollem herbstwetter geplant. ich bekam exakt den selben parkplatz, d.h. da wo grad noch was am straßenrand vor dem stadion frei war und ich mich rückwärts reinschob, diesmal mit roter tomate statt grünem äpfelchen, fuhr, noch bevor ich die türe öffnen konnte der streckenposten rückwärts vorbei, stieg aus und malte eine kreidelinie hinter meinem kofferraum her über die straße 🙂
praktisch. tasche im auto gelassen, zur anmelde, leute getroffen, foto geschossen von 5 der mindestens 9 (oder noch mehr) jogmapDamens:

auf dem weg zum start stellte sich die frage ob man sich das ganze nicht etwas erleichtern könnte

aber NEIN, kurz danach hab ich den letzten kaffeerest unter die stoßstange gestellt und die langen klamotten ausgezogen und peng —>  die ersten meter im gewimmel hab ich dann leider doch schnell die schwatzpartner verloren 😦

ursprünglich hatte ich mir vorgenommen mindestens mal die erste runde zum warmwerden mit WWConny und alterwalter zu traben und danach weiter zu sehen, aus temperaturgründen wollte ich schon doch einen 6:30er bis 7er schnitt nicht zu sehr überschreiten. aber dann war ich erst mal weg, im rollen, und oh wunder, der linke fuß war begeistert. ich hatte allerdings auch sicherheitshalber die alten zwar ausgetretenen aber immer noch für (den großteil der strecke gegebenen) asphalt am besten gedämpften mizuni inspire gewählt, mit den alten einlagen die nächsten mittwoch ersatz finden sollen.

brooks messenger of run happy vertrat ich durch den rest:
infinityLowCutTab an den füßen, infinityCapry nix scheuert nix rutscht, ein gaaanz dünnes altes odlo unter dem equilibriumLS und darüber das messengerShirt, ein drachenbuff und ein paar handschuhe vom discounter.

es war beim hinfahren 3° und die windschutzscheibe auf dem audi, der nach gestrigem räderwechseln ausnahmsweise mal statt carportschutz zu genießen die freie einfahrt blockiert hatte, gerade freigetaut gewesen. ich denke den ganzen tag sind die temperaturen einstellig geblieben und je nach streckenrichtung gab’s ab+zu einen kräftigen wind, aber KEINEN REGEN aus dem strahlenden blau!

die freude über den braven linken fuß konnte ich nicht lange genießen, denn was ab+zu mal passiert, an keinem schuh oder socken fest zu machen ist, hat sich dann so bei km13 angekündigt.
bei 15 hab ich kurze pause zum sockenzurechtrücken genommen, aber das reichte nicht, etwa nach HM nochmal an den rand und komplett ausgezogen (den rechten fuß) und die fette blase bewundert: ca. 2*1cm in der fläche am vorderen ende des ballens knapp vor den zehen, prall gefüllt, GRUMMEL.
was soll’s, ich hab alles wieder eingepackt, in der phase irgendwen getroffen auf einen kleinen schwatz, das tempo war inzwischen abgesunken um 7:30min/km aber es ging noch, geht immer irgendwie, gelaufen wird mit dem kopf!

meine „hammermann“phase, mehr so mental, kommt auch eher nach dem HM schon, so von 22-32, danach is das teil gelaufen und ich hatte mir ja wie üblich um die 30km als grundziel wenn’s geht gesetzt.
auf einmal war ich so weit und lief einfach mal weiter. michaelA vom lauftreff hennef, in der staffel aktiv die sich später den ersten platz teilte mit einer schülerstaffel die zwar jünger aber auch unerfahrener (und einer weniger) waren (eine gute weise entscheidung zur zusammenarbeit statt „krieg“ auf den letzten runden) hatte 2l glühwein angekündigt.

eine längere VP-pause im durchlaufzelt gönnte ich mir vorher schon mal in der annahme, irgendwer bekanntes käme mit dem ich weiterlaufen und schwatzen könnte, das paßte nicht so recht also weiter.
aber dann rechnete ich hoch und als ich noch 4 runden zum M hatte holte ich im vorbeilaufen ein warmes shirt aus dem kofferraum und hab dann mal 14min im stadion beim ersten becher glühwein verbracht, im schwatz mit unseren staffelinen die als mädels auch die späteren siegerinnen stellten!

so gedopt lief die nächste runde wieder richtig gut, dann die nächste und wieder eine glühweinpause, diesmal 7min und ab auf die letzten beiden runden.
ich hatte den garmin im blick und den weg zum auto ebenso und deshalb beschloß ich DUMMERWEISE nach der stadionrunde die mit 41774 zu buche steht nicht nochmal auf den deich geschweige denn bis zum ende der 6h durch zulaufen, sondern nach brutto gut 5:20h zum auto abzubiegen, an der startlinie das ziel zu definieren und es mit dem marathon gut sein zu lassen.
garmine meinte da 42,60 und wenn ich die 170m in den drei abgedrückten pausen abrechne hab ich damit gestern meinen 22. marathon gefinished, in netto 4:56 und weit mehr als morgens erwartet und irgendwie doch ein saugutes gefühlt, „geht noch, alte“, auch mit relativ wenig direkter vorbereitung, und: in 4 wochen ist siebengebirgsmarathon 😉

blöd nur, daß ich auf der liste die in der halle aushing, noch ohne restmeter nach der letzten stadionmattenerfassung, auf dem 3.W50 geführt wurde, die beiden auf dem 4. und 5. aber bis zum ende dabei blieben und mit ihren restmetern VERDIENT auf dem treppchen standen.
eine volle runde mehr hätte gereicht, dann hätte ich auch noch vorzeitig duschen oder auch noch ’ne halbe bis zum ende dranhängen können ohne weiteren effekt.

trotzdem: ein schöner tag mit viel erfolg für hennefer, vielen schönen gesprächsmetern mit netten leuten, den üblichen verdächtigen aber auch bisher nur virtuell bekannten, und mir ist sowas immer noch lieber, selbst wenn asphalt und rund, also so überteuerte mega events anderenorts!

lobend erwähnt werden sollen auch die jungs und mädels in gelben warnwesten von der bundespolizeibiker.de-fraktion, die an den kritischsten öffentlichen stellen posten bezogen und runde für runde besser „erzogen“ eine welle der aufmunterung von sich gaben. das war klasse, und daß unser erwin (neben mir der 2. hennefer einzelläufer mit 55484m) Euch kennt … hätt ich mir denken können, sah nach viel spaß aus den Ihr hinterher in der halle hattet 🙂

(c)Fotos (über die Veranstalterseite) von Runner’s World (1) und Sigi Bullig (1) sowie privat (2)

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3 Kommentare
  1. Thestral sagte:

    Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Rundenlauf und zum 22. Marathon 🙂 !
    Liest sich nach einer Menge Spaß. Seit ich erstmals von dieser Veranstaltung las, liebäugel ich mit einem Start dort. Irgendwann
    Gute Regeneration!
    lG
    Ralph

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    • ratze sagte:

      danke mein lieber, beißt sich ja leider immer mit langsur, da würd ich auch gerne noch mal den schnellen massenzehner „genießen“ wollen bei der patenfamilie, aber so was langes is halt reizvoller (und langsamer ;-))

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