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Archiv für den Monat November 2011

der krimi von ingrid noll ist eines der wenigen bücher, zu dem ich, nach zweimaligem beginn, keinen zugang fand und das ich letztlich ungelesen bis auf die ersten 20-30 seiten beiseite gelegt habe.

aber hier geht es nicht um einen (fiktiven) krimi sondern die harte realität in dem zoo da draußen, ganz konkret, denn nebenan im hühnerstall hat sich freitag früh kurz vor 4 ein drama ereignet.

ich habe das geschrei gehört, hatte die hoffnung daß es „nur“ 1-2 erwischt. am tag totenstille. die wiese vor dem stall voller federn. kein hahn krähte mehr morgens, wie sonst manchmal auch schon (leicht verwirrt ?) weit vor dem sonnenaufgang, was mich aber nie gestört hat. das gehört ins dorf. im moment ist es ganz ungewohnt einsam.

die mutigsten der hühnerschar hatten sich über die letzten monate aus einem schlupfloch im zaun erst zu uns und den komposthaufen an der anderen grundstücksgrenze vorgewagt, rund 20m.
ich hab nur noch ein foto von mai gefunden, da waren die großen noch drin (oder das loch im zaun noch zu klein) und nur die damals noch kleineren küken hatten kein problem durchzuschlüpfen, was die hennen immer in helle aufregung versetzt hat.

dann waren sie noch kecker geworden, der sonnige spätherbst lockte auch einfach zu sehr, hinter den 5 langen schmalen parzellen ist feld, derzeit gründüngung/futterwiese, und sie hatten ihren aktionsradius schon auf knapp 50m ausgeweitet.
ich fand das schön anzusehen, sie waren immer auf der hut wenn jemand kam, um dann schnell wieder in den heimischen hof zu flüchten.
hinter dem zaun waren sie „zutraulicher“ und alle salat-/gemüsereste flogen mit leichtem lockruf meinerseits hinüber, meist waren die beiden enten zuerst da.

vor 19 jahren mit unserem einzug und dem unserer ersten belegschaft an 4beinigen „fellmonstern“ hatte ich mir zunächst sorgen gemacht, ob das gut ginge. aber krümel ging regelmäßig streife und war daher als mäusefängerin bei nachbars sogar beliebt. obwohl sie sehr geschickt und geduldig leider auch etliche vögel fing waren küken immer tabu, vielleicht auch die schnäbel der hennen zu spitz und unangenehm?

gegen den nächtlichen überfall vermutlich einer ganzen fuchsfamilie war das aber keine echte gegenwehr. alle 12 tiere waren weg, also wenigstens nicht einfach so sinnlos massakriert sondern mitgenommen, als futter sozusagen zu einem „guten“ zweck.
so spielt die natur, und der nachbar hat schon nachschub geholt der momentan noch still und verschüchtert im stall hockt und sich eingewöhnen muß.
nachbarssohn meint der hahn sei nicht mehr so schön wie der alte, aber immerhin, ich habe hoffnung daß wir bald wieder neue federfreunde aus dem fenster beobachten und im halbschlaf den noch fernen morgen ausgerufen hören können.

gelaufen bin ich aber auch, gestern mit schlechtem gewissen spät los kurz nach 4 mit wissen um baldige dämmerung, mittelmäßiger start um 7min/km oder langsamer am berg, aber dann zunehmend schneller und mit einer endbeschleunigung auf knapp um 5min sehr zufrieden nach einer schönen knappen stunde und gut 8km wieder zu hause. ich liebe solche einheiten bei denen man hinterher weiß wieso man sich aufgerafft hat!

heute dann war noch mal eine der letzten gelegenheiten für einen längeren trainingskanten zum 7gebMarathon in 2 wochen. lange läufe können gar nicht zu langsam sein. der vorteil ist, daß man dann falls es mal unterwegs was kühl wird einfach einen zacken gas geben kann, wohingegen man, wenn man anfangs (zu) schnell rennt und dann kaputt ist nichts mehr zuzusetzen hat und trotzdem aus erschöpfung frieren kann ab+zu.

die siegrunde war geplant, rund 22km, den steilsten berg nach gut 20min hab ich allerdings weggelassen, gefühlte 45° also 100% sind gut als malberg- oder drachenlauftraining, der mara ist „weich“ gelegt und braucht mehr lockere länge als fiese anstiege, sosehr ich auch das runtertrotten nach dem berg liebe.
heute also direkt im krabachtal links richtung bach, dann hoch zum golfplatz, runter nach harmonie, über die bahn und an der sieg auf dem für mich mental immer schwierigsten stück wieder in richtung heim.
ich hasse es wenn man montags sieht wer freitags zu besuch kommt, da denke ich jedes mal an margitta die die ganze zeit am meer läuft und das schön findet, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. am wichtigsten ist aber daß uns beiden das gefällt was wir tun!

von der sieg geht es sanft hoch nach merten, vorher an „meiner“ quelle vorbei, und bei dem fehlenden niederschlag (ich meine was von 0,4l/qm im november gelesen zu haben, das ist mein üblicher becher tee von dem ich morges eher 2 trinke!) hatte ich nicht erwartet da noch einen tropfen zu bekommen, da sie sonst auch schon manchmal versiegt war.
aber wider erwarten floß es, deutlich mehr als nur ein (bakteriell eher fragwürdiges, obwohl ich auch das früher schon problemlos weggesteckt habe) tröpfeln.
dort dann also die erste pause, wohl knapp 2min und 10 handvoll leckeres kühles nass. daß das tatsächlich floß spricht meiner meinung nach für eine echte quelle oben aus dem berg, anders als nur versickertes in wasserführender schicht zum rand abgeleitetes oberflächenwasser.

weiter ging’s, kurz vor auel traf ich nach rund 2h zum 2.mal auf eine wandergruppe die sich lachend einen „anschiß“ abholte so ihr kommentar auf meine bemerkung, daß sie ja wohl abgekürzt hätten über bach direkt nach merten, da ich sie etwa 25min nach meinem start schon mal im krabachtal überholt hatte 🙂

die nächste pause kam am bahnübergang, der ist jetzt im spätherbst generell zu, aber man kann klingeln. der diensthabende rief dann „zugfahrt“ was heißen soll „bitte noch ein bischen geduld“. nachdem die S-bahn durch war -> schranken auf -> ratze rüber -> „fertig“ gerufen (so steht es auf dem schild und ist auch verständlich, damit die wissen wenn man drüber ist, ggf. in größerer gruppe).

die letzte zugegeben „etwas“ längere pause hab ich mir dann nach dem letzten heftigeren anstieg hoch nach blankenberg gegönnt. das hat sich vor ein paar monaten (letztes jahr?) schon bewährt, da kam die erinnerung und damit die lust auf eine kleine einkehr beim karl-heinz im weincafe alt blankenberg, 2 gläser wasser, einen roten von der ahr, und dann noch rund 3km nach hause. ein schöner tag & lauf 😉

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diese woche jährte sich der tag erstmals, da ich mein heißgeliebtes äpfelchen zur grünen tomate umdefiniert habe

weil es altersbedingt in eine neue, nun rote, tomate

getauscht werden mußte.

die hat nun nach einem jahr rund 15600km drauf, alles in allem natürlich neuer, leiser, vor allem sparsamer (rund 20%!), aber ehrlich gesagt war der alte 1,8l motor meiner meinung nach dynamischer spritziger mehr mein ding als der neue 1,4l TFSI.
vielleicht bin ich da auch nur zu drehfaul geworden (die verbrauchsanzeige hängt halt immer vor augen), aber so richtig kommt da meiner meinung nach nur power im 2.+3.gang.
die elastizität des größeren hubraums (vermutlich auch hier wieder aus sparsamkeit verbunden mit anderer einspritzsteuerung) fehlt wohl einfach ein bischen.
das führt auch dazu, daß ich zum beispiel nicht mehr aus dem siegtal komplett im 3.gang hoch, durch stadt blankenberg und oben durchs katharinentor nach hause komme (wo ich auf dem flachen dann natürlich weiter hochgeschaltet hab, auch früher ;-)) denn die engen serpentinen fühlen sich jetzt dann doch zu gequält an und daher werden lieber einige stücke doch im 2.gang absolviert.

genug zur fortbewegung auf rädern, gelaufen bin ich aber auch.
mittwoch hab ich meine neuen einlagen abgeholt und das erste paar im brooks axiom2 eine
gute stunde lang auf geschätzt 6,5km am stenzelberg und rumd um thomasberg beim walken mit dem hofpoeten des siebengebirges genossen, der sich nach darm-OP erst wieder über walken an sportliche betätigung herantastet.
DAS macht er aber schon sehr gut, so zum beispiel auch schon beim bahndammlauf in buchholz anfang september, und der insellauf mitte januar ist fest im blick!

gestern war ein fauler tag, kurz vor einsetzender dämmerung gab es daher nur eben eine alibirunde mit dem anderen paar einlagen im brooks adrenalineASR8.
die trottete sich dann wiederum so schön, daß ich spontan doch noch eben ein paar berg“sprints“ eingebaut hab auf insgesamt 7,6km.
es gibt da ein stück von knapp 400m im wald, das sich herrlich hochrennen läßt, umdrehen und runtertrotten und das ganze 3 mal mit zunehmendem tempo, macht fez und ist vor allem ein super gelenkschonendes muskel- puste- und tempohärtetraining, deshalb desöfteren im programm.

heute kam ich noch schwerer aus dem quark.
das wetter war irgendwie „zu schön“, aber wieder bevor es zu dunkel wurde, aufgerafft und nicht bereut wenigstens 4,4 asphaltige wirtschaftsweg kilometer getrabt zu sein in 6:45er schnitt.
auch hier kommt am ende noch ein berg so von 120Nn auf 190, also hab ich gefühlt VIIIIEL mehr geleistet 😉

die meldung und überweisung zum siebengebirgsmarathon am 11.12.11 sind raus, also in gut 2 wochen mal wieder „leiden auf niedrigem niveau“ oder auch einfach ein marathon für spaß und genuß.
ich hoffe es gibt keine sintflut oder echtes iggelwetter, denn dann würde ich wohl schweren ♥ens der neuen arbeitstelle geschuldet nicht antreten. im moment kann ich mir schlecht leisten „aus spaß“ mal eben krank zu werden, fürchte ich.

dem schild bin ich heute mittag zwar gefolgt nach einem guten viertel der strecke, aber … leider … nicht zur einkehr. die typische mittagspausenlaufzeit 11:30 wollte ich eigentlich, das schöne wetter für einen fotoabschiedslauf nutzend, etwas vorverlegen. dann kam eine besprechung dazwischen. wenn man aber nur noch dienstags im büro ist und ansonsten homeoffice betreibt um support zu leisten und den rest abzuwickeln, dann kann man sich nicht wirklich beschweren.
klar war dann allerdings schnell, daß ich nicht so (schnell) sondern langsam und lange unterwegs sein würde durch die vielen fotopausen und daher auf die kantine (grillteller mit gyros/lamm/… oder gnocchi mit spinatsauße) würde verzichten müssen. schweren herzens, aber es war ziemlich sicher meine letzte chance für diese runde.

das roßbacher häubchen sieht man von der terrasse unserer firma aus (und links im foto links hinten in der ferne, einfach mal draufklicken, dann wird’s größer) und deshalb lockte es die letzten jahre auch ab+zu zu einem längeren mittagspausenlauf, wenn keine termine anstanden und das wetter zu mehr als 5 oder 6dreiviertel oder knapp9 kilometern auf den anderen 3 strecken einlud.

nach dem start auf 310Nn geht es erst mal in 5 serpentinen, von denen 3 mit etwas mühe auf dem rechten fototeil zu ahnen sind, runter an den nescher bach bis zur mühle etwa auf 170Nn.

dann läuft man von hinten über breitscheid wieder hoch auf einen ähnlichen level, mit schönen aussichten und vor allem wieder etwas sonne, die beim hochkommen auf der abgewandten berghinterseite doch heute schon etwas vermißt wurde.

beim ersten mal und heute zum abschied ging es am alten bergwerks-denkmal nicht gleich wieder rechts runter sondern noch ein wenig rund um die bergspitze die aussicht genießen auf den ort des schaffens.

nach meinem einstieg in die firma im september 1993 noch unten im tal zogen wir ungefähr zur jahrtausendwende hoch auf den berg. insgesamt blicke ich auf 18einviertel jahre mit wechselnden firmennamen aber der beschäftigung zum selben thema zurück.

der rückweg verläuft auf der der firma zugewandten seite wieder runter ins tal.

wo jetzt noch reste liegen und mit flatterband gewarnt wird, war vor ein paar jahren nach einem orkan kein durchkommen sondern singletrailabkürzung nötig.

weiter geht es im raschelnden laub.

 

 

das ist natürlich mit vorsicht zu genießen weil sich nicht immer so breite und „glatte“ wege darunter verbergen.

die löcher und steine und wurzeln sind momentan sehr gut verdeckt, dummerweise je steiler um so mehr davon, keine schnelle strecke aber wunderschön.

schließlich läuft man durch den mühlenhinterhof wieder zurück an die straße längs des bachs und die steigung vom anfang in den 5 schön zu laufenden serpentinen wieder hoch.

mach’s gut schöner westerwald 😦

die kommenden mittagspausenrunden werden, sofern überhaupt möglich, flach sein. wahnheide gibt nicht so viel her, selbst wenn damals der 10er bei den belgiern, den ich als späteinsteigerin nur noch zu seiner letzten auflage erleben durfte, auf den telegraph-hill ging. aus hiesiger sicht ist das alles kein berg, allenfalls leichtes welliges gelände.

aber hauptsache irgendwie auch mal im winter im hellen raus, zumal wenn jetzt ab 1.12. wieder vollzeit angesagt ist und die freien mittwoche der 80%-stelle geschichte sind. ich wollte es so und freue mich drauf. in jedem wechsel liegt ein neuer anfang, und wie schrieb schon Hermann Hesse Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“.

es ist zwar noch ein unglaublich milder herbst aber trotzdem kommt schon lust auf winteressen bei mir auf. deshalb hab ich ende der vorwoche im bioladen im dorf schon mal ein paar pastinaken gekauft (und im stoffbeutel auf der terrasse über’s wochenende gelagert). daraus hab ich uns heute eine schöne suppe zubereitet:


5 pastinaken (750g gewicht geschält kleingeschnitten) wurden mit 1l wasser eine gute halbe stunde gekocht, 2 radieschen die mir der hans „für Dich und Deinen mann je eins“ geschenkt hatte hab ich auch reingeschnippelt zwecks „gschmackigkeit“.

während des köchelns hab ich ein paar alte braune champignons in olivenöl mit ein bischen knoblauch kross gebraten und grana padano gerieben, eine gute portion fein und noch ein bischen grober geraspelt für’s auge für oben drauf

das gemüse hab ich dann durch die flotte lotte passiert und einen halben liter wasser-weißwein-mix mit ein bischen gewürzen aufgekocht und das pürree reingegeben, verrührt mit frischer petersilie und etwas scharfem öl abgeschmeckt, fertig

garniert wurde dann mit dem rest petersilie, den pilzen und dem groben käse

während das ganze vor sich hinköchelte hab ich schon mal winter „gespielt“ mit ofen und kerzenlicht und weiter in „garou“ geschwelgt.

das ist wieder eine wunderbare geschichte, weniger der reine krimi als die beschreibung der schafsdenkweise.

so könnte es in der tat sein, weiß man’s denn?

und demnächst, wenn man im dunkel nix mehr im garten tun kann und die abende lang und länger werden, fang ich mal den nächsten kleinformatigen pulli an. irgendwer braucht sicher noch mal einen, frau kennt schließlich nicht nur leute im eigenen alter. die am 8.11.2011 geborene amalia, tochter eines guten lauffreundes, wurde jedenfalls am freitag hiermit beschenkt:

im stern hab ich die tage beim warten im vorzimmer des physio einen artikel gelesen von einer redakteurin etwa meines alters, anläßlich des kranken wolfgang niedecken, zu beginn noch passend, nur in seiner gesamtheit nicht meine eigene geschichte.

BAP ist ein teil meiner späten jugend, der ersten semester an der bonner uni.
das ist sowas von klar, das hat geprägt und bewegt.
von etwa 1980 an lief in meinem alten polo (fast) nix anderes mehr, bis „da capo“ hab ich alles in schwarzem vinyl, danach noch „x für e u“ als einzige silberscheibe.
genau DAS wollte ich mir aber da nicht mehr vormachen lassen, das heißt: DAS WAR’S.
mit den jahren bin also entweder ich stehen geblieben (und alt geworden?) oder aber das ganze hat sich (eher meine überzeugung) in eine richtung bewegt, die ich nicht mehr mag.
ich nenn’s mal ganz despektierlich „kaufhaushinergrundgedudel“ oder alternativ „mallorcastrandtrallala“.

bis dahin war ich ein stinknormaler fan, also nix übertriebenes.
oh wunder kenn ich sogar 2 leute die „die“ kennen, mindestens kannten, intensiv, die welt ist soooo klein.

mein göga ging mit dem büchel (und dem major?) in die schule, ich hatte sogar die ehre auf einem klassentreffen etliche jahr(zehnt)e nach dem abi mitgenommen zu werden, aber ein autogramm hätte ich trotzdem nicht erbeten, wozu?

und „der bogen“, freund aus alten (post- und face2face)spielertagen in bonn hat wohl mit dem wolfgang kunst gemacht, damals, keine schlechte parallelwelt.

immerhin hab ich mit kunst, der sogenannten „bildenden“ im gegensatz zur akkustischen, abi gemacht, damals, im leistungskurs neben mathe und (abgestuft als drittem) englisch. irgendwann in den späten achtzigern war mal eine ausstellung in köln da bin ich sogar extra hingefahren, hat mir gefallen.

musikalisch vollends abgehängt haben mich die (inzwischen ziemlich ausgetauschten) jungs vor ein paar jahren, als eine neue version von „frau ich freu mich“ ein paar wochen im radio gespielt wurde und ich schlagartig aus- oder umgeschaltet habe bis der spuk immerhin schnell wieder vorbei war.

wie man so ein tolles lied, dem aus jedem takt die power tropfte, die FREUDE auf’s heimkommen, zitat:
„Birch eraff met Röggewind,
minge Speed weet gigantisch
ohne Strunzerei,
volle nüngunachzich“

so glattbügeln und einbremsen kann, daß der typ bei dieser zeile quasi einschläft, ist für mich unfaßbar und tat nur noch weh.

bleibt also nur die erinnerung an schöne zeiten und die hoffnung auf baldige genesung, ich drück die daumen für viele schöne jahre die vielleicht ja nochmal veränderung bringen (die mich auch wieder packt) und sei’s „nur“ back to the roots ins stille kämmerlein zu leinwand, farben und sonstigem was spaß macht.

ey vorbild, dank dir schön, ich jlöv ich kriejet langsam selver hin,
ΔNNΔ

obwohl ich ja in der IT meine berufung habe halte ich dem guten alten buch die stange, oder auch den stab, deshalb hab ich lange als überschrift „buch stab energuß“ in erwägung gezogen. energie fließt für mich aus guten geschichten/büchern, also sozusagen ein energie-erguß.

ich weiß ja, daß es hörbücher gibt. da ich keinen mp3-player habe/mag/brauche und auch nur relativ kurze strecken im auto zurücklege, also um 30km zur arbeit einfache strecke, und auch fast nur dann überhaupt radio höre, einfach weil ich sonst genug um die ohren habe und ruhe genießen mag, wenn ich sie bekomme, hab ich diesen trend bisher nicht verfolgt.

aber lesen, wenn ich denn die zeit finde länger am stück SEHR gerne, ansonsten halt kürzere „einheiten“ abends vor dem schlafen, ohne das könnte ich nicht leben, schreibt sich leicht, mag ich aber nicht dran denken.

über den letzten jahreswechsel hatte ich so zum beispiel noch mal alle 7 harry potter originale verschlungen und, obwohl ich 1-4 mindestens zum dritten mal und auch 5+6 zum zweiten mal las, noch neues entdeckt oder wieder vergessenes.
diese serie fand ich von anfang an unglaublich, in stil und phantasievoller ausmalung.
in dem fall habe ich wider erwarten sogar die ersten paar filme gerne gesehen und recht gut gefunden, was immer sehr problematisch ist wenn man das buch vorher kennt. die herr der ringe trilogie hat mich mehr als abgetörnt. teil 1 fand ich gerade noch ok, aber teil 2 schon kaum noch erträglich und ich habe überhaupt selten erlebt daß mich filme so fesseln (auch unbekannte also unabhängig vom vorher gelesenen buch) wie das geschriebene wort, das immer wesentlich mehr raum für eigene vorstellungswelten bietet und geschichten viel facettenreicher packender miterleben und lange in erinnerung behalten läßt.

buchhandlungen (viel mehr noch als amazon wo ich gezielt geplant bestelle, vor allem englische oder amerikanische crime fiction) saugen mich immer für einige zeit jedes einkaufbummels in sich auf.
ich blättere, lege weg, greife zu und zu hause stapelt sich das neue und gerät eine weile in vergessenheit.

vor ein paar monaten hatte ich so mal mangels bewußt vorgesehener nachfolgelektüre gewühlt und das 2 jahre vorher erworbene „alle sterben auch die löffelstöre“ von kathrin aehnlich auf dem nachttisch entdeckt und ziemlich schnell verschlungen.
eine im grundthema traurige geschichte, wunderbar be-/geschrieben, wider erwarten schön und nie langweilig.
denn das ist vor allem bei wenig zeit und immer nur kurzen zeitfenstern abends vor dem einschlafen ja besonders wichtig, man muß gepackt sein und bleiben, mag nicht etliche lange seiten irgendwo hineinfinden müssen in schwere kost oder eine nicht so wahnsinnig fesselnde geschichte.

was ich zuletzt ausgelesen habe diese woche am kurzen knackigen krankheitsdienstag gehört ganz klar auch in diese kathegorie:
„das war ich nicht“ von kristof magnusson, ein junger trader, ein alter pulitzerpreistragender autor und seine junge übersetzerin, in kurzen kapiteln jeweils in ich-form abwechselnd nur ein paar tage im leben der drei zunächst in chicago auf einander zu steuernd, immer will man weiterlesen und ist dann fast froh mal einen halben tag im bett zu verbringen nach schüttelfrost schlapp aber glücklich.

nun ist das aus und mittwoch hab ich schnell mal geguckt ob ich nachschub finde in irgendeine richtung (oder den stapel nochmal durchforsten müßte) und siehe da: garou von leonie swann, trotz des namens ein original deutscher krimi (wenn auch nicht in D spielend) und nachfolger des erstens teils „glenkill“.
es fing gleich wieder typisch im stil an, auch hier eine wunderbare art konsequent ein wenig schräg eine andere sichtweise (nämlich meist die der schlauen schafe, diesmal ergänzt um bekanntlich noch schlauere ziegen) abzubilden und weiterzuspinnen.
ich freue mich tatsächlich schon auf nachher wenn ich weiterlesen kann …

während der eine barde der gar nicht „neuen deutschen welle“ seinen 75. feiert war einen tag vorher für einen anderen kurz vor dem achtzigsten die himberrote reise vorbei, auch wenn er nicht im rattenteich rumschwamm. beide haben meine jugend begleitet, ich singe gerne (für mich alleine, im auto oder so ;-)) und deshalb haben sie auch eine aufnahme ins blog verdient!

die trauer schläft in der gitarre. aber ich hab sie nicht mit einem schrei geweckt, sondern nur mich selber mit einem frostig kalten morgenläufchen kurz nach sonnenaufgang.
nach 2 tagen füßestillhalten nach dem marathon wollte ich einfach RAUS, es war so schön im raschelwald, harter boden weil furztrocken und angefroren, weiße blätter und tolle blicke. aber nach dem milden noverberbeginn kann man ihn ahnen, den (jahres)zeitenwechsel.

also los, kommt runter vom balkon, beziehungsweise der terrasse, ihr lieben kübelpflanzen.
jetzt ist wieder winterquartier im treppenhaus angesagt.

lorbeer und olive sind ja überschaubar bis klein und von mir alleine noch zu handhaben.
aber die zitrone hatte dieses jahr einen neuen etwas größeren (plastik)topf bekommen, grenzwertig beim hochtransport, stufe für stufe, durch den göttergatten.
ich bin mal gespannt wieviele der früchte die umstellung mitmachen und noch ausreifen, ebenso wieviele blüten nicht jetzt sofort abfallen sondern weitere ansetzen.

aber jetzt erst mal den zweiten warmen tee trinken, heute wird mir gar nicht richtig warm, ungewohnt nach laufen&duschen.  ich hoffe es hat kein open-window-effekt zugeschlagen, erhöhtes infektionsrisiko nach harter anstrengung.
ich glaub trotz der so langsam selbst hier zu erahnenden sonne die sich durch den nebel zwängt laß ich das mittagspausenboulen (wie schon gestern, in der suppe) mal sein.
in knapp 4 wochen ist schließlich auch noch der siebengebirgsmarathon, ganz zu schweigen davon, daß ich auf der neuen stelle ab 1.12. natürlich glänzen und nicht nießen (oder gar fehlen) will!