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dem schild bin ich heute mittag zwar gefolgt nach einem guten viertel der strecke, aber … leider … nicht zur einkehr. die typische mittagspausenlaufzeit 11:30 wollte ich eigentlich, das schöne wetter für einen fotoabschiedslauf nutzend, etwas vorverlegen. dann kam eine besprechung dazwischen. wenn man aber nur noch dienstags im büro ist und ansonsten homeoffice betreibt um support zu leisten und den rest abzuwickeln, dann kann man sich nicht wirklich beschweren.
klar war dann allerdings schnell, daß ich nicht so (schnell) sondern langsam und lange unterwegs sein würde durch die vielen fotopausen und daher auf die kantine (grillteller mit gyros/lamm/… oder gnocchi mit spinatsauße) würde verzichten müssen. schweren herzens, aber es war ziemlich sicher meine letzte chance für diese runde.

das roßbacher häubchen sieht man von der terrasse unserer firma aus (und links im foto links hinten in der ferne, einfach mal draufklicken, dann wird’s größer) und deshalb lockte es die letzten jahre auch ab+zu zu einem längeren mittagspausenlauf, wenn keine termine anstanden und das wetter zu mehr als 5 oder 6dreiviertel oder knapp9 kilometern auf den anderen 3 strecken einlud.

nach dem start auf 310Nn geht es erst mal in 5 serpentinen, von denen 3 mit etwas mühe auf dem rechten fototeil zu ahnen sind, runter an den nescher bach bis zur mühle etwa auf 170Nn.

dann läuft man von hinten über breitscheid wieder hoch auf einen ähnlichen level, mit schönen aussichten und vor allem wieder etwas sonne, die beim hochkommen auf der abgewandten berghinterseite doch heute schon etwas vermißt wurde.

beim ersten mal und heute zum abschied ging es am alten bergwerks-denkmal nicht gleich wieder rechts runter sondern noch ein wenig rund um die bergspitze die aussicht genießen auf den ort des schaffens.

nach meinem einstieg in die firma im september 1993 noch unten im tal zogen wir ungefähr zur jahrtausendwende hoch auf den berg. insgesamt blicke ich auf 18einviertel jahre mit wechselnden firmennamen aber der beschäftigung zum selben thema zurück.

der rückweg verläuft auf der der firma zugewandten seite wieder runter ins tal.

wo jetzt noch reste liegen und mit flatterband gewarnt wird, war vor ein paar jahren nach einem orkan kein durchkommen sondern singletrailabkürzung nötig.

weiter geht es im raschelnden laub.

 

 

das ist natürlich mit vorsicht zu genießen weil sich nicht immer so breite und “glatte” wege darunter verbergen.

die löcher und steine und wurzeln sind momentan sehr gut verdeckt, dummerweise je steiler um so mehr davon, keine schnelle strecke aber wunderschön.

schließlich läuft man durch den mühlenhinterhof wieder zurück an die straße längs des bachs und die steigung vom anfang in den 5 schön zu laufenden serpentinen wieder hoch.

mach’s gut schöner westerwald :-(

die kommenden mittagspausenrunden werden, sofern überhaupt möglich, flach sein. wahnheide gibt nicht so viel her, selbst wenn damals der 10er bei den belgiern, den ich als späteinsteigerin nur noch zu seiner letzten auflage erleben durfte, auf den telegraph-hill ging. aus hiesiger sicht ist das alles kein berg, allenfalls leichtes welliges gelände.

aber hauptsache irgendwie auch mal im winter im hellen raus, zumal wenn jetzt ab 1.12. wieder vollzeit angesagt ist und die freien mittwoche der 80%-stelle geschichte sind. ich wollte es so und freue mich drauf. in jedem wechsel liegt ein neuer anfang, und wie schrieb schon Hermann Hesse Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne”.

eigentlich sollte die überschrift “italia da noi” lauten, aber nur der anfang erinnert noch an die italienischen momente im leben, der rest des tages entwickelte sich dann mehr in richtung hiesiger wechsel der jahreszeiten

heute morgen fiel mir auf, daß die im laufe des terrassensommers angesetzten zitronen so langsam größer werden und etwas heller.

sie sind noch nicht gelb aber das wird noch, auch über den winter im treppenhaus, wohin das gut 30 jahre alte bäumchen bald hochgetragen werden muß, um am fenster bei hellem licht der morgensonne und etwa 12-15° frostfrei zu überwintern.

als ich dann ins büro fuhr traute ich meinen augen kaum, das heißt, sogar zuerst meinen ohren: da rasselte was, kam das aus dem radio oder gar aus meinem motor?

nein, auf der brücke zur auffahrt siebengebirge sah ich den “verursacher”, ein föppchen, konkret wenn meine augen mich nicht im stich gelassen haben so einen piaggio-mini-lkw, der freundlicherweise die jetzt seit kreisverkehr als standstreifen umfunktionierte rechte spur nutzte um uns vorbeizulassen.
zur belohnung, da ich nicht annahm daß der auf die autobahn wollte, ließ ich ihn blinkend dann vor mir wieder rein.
und das war nicht etwa ein aus der derzeit gefeierten ersten “gast”arbeitergeneration übriggebliebener seinen ruhestand genießender, sondern ein offizielles fahrzeug der stadt königswinter, versehen mit dem logo links, aus dessen einbindung mir hoffentlich keiner einen strick drehen wird. nimm es als lokalpatriotismus, bitte, lieber peter (immerhin ist der genannte ja ein lauffreund) ;-)

erinnerungen an urlaub in der toskana oder später bei den schwiegereltern unten im gargano wurden wach. immerhin hatte es (glaube ich) 4 räder statt der dort üblichen 3.

in der firma angekommen gab’s erst mal eine doppelten latte macchiato plus extra milchschaum plus espresso (mit einem böhnchen statt 3) denn ich hab einen RIESEN becher und einen weiten weg von der kaffeeküche ins büro.

in der mittagspause haben wir uns einen laubraschellauf gegönnt, wunderschön und nach gestrigem physio”leiden”, also prachtvollem geknetet werden meinerseits, auch einfach nur wunderbar locker, fast wie fliegen. wir liefen die weißenfelser ley und sogar schneller als so manches mal sonst, dabei fast ohne mühe.

im ziel fiel mir auf: mein linker mittelfuß hat sich ÜBERHAUPT nicht gemeldet, und das in den alten asics-gel-1100 mit >1000km auf dem tacho. da momentan der 1160 aktuell ist kann man sich denken wie alt. immerhin hatte ich die alten einlagen drin, die am 15.11. neue geschwister bekommen sollen und sehe das als gutes zeichen, daß sich die lage so langsam beruhigt!

unterwegs kam mir ein knüttel-haiku in den kopf:

milder november
letztes licht am läuferbein
bald kommt der winter

kaum war ich dabei diese zeilen zu formulieren drang durchs geschlossene fenster ihr umsortierungsgeschnatter:

heute morgen im dunkeln um halb sieben war der erste frost beim zeitungholen auf der briefkastenklappe an der straße zu fühlen, die nur noch schmale sichel des abnehmenden mondes kam kaum durch den nebeldunst, ich strich den plan des vor der arbyte laufens und hoffte auf einen schönen sonnigen freitag mittag.
auf dem weg in den westerwald hörte ich ein bischen october von U2 mit gloria u.a. und vor dem ersten kaffee wurde noch der graue altweiber”sommer” für die nachwelt festgehalten.

spinnweben am geländer wo wir sonst nach den mittagspausenläufchen die klamotten trocknen

dann wurde eine runde gearbeitet, der mittagspausenlauf verworfen weil immer noch grau (und die kantine mit paella lockte) und um kurz vor vier schmiß ich mich in schale um endlich die sonne zu genießen, leicht overdressed denn die jacke band ich kurz darauf dann doch um die hüften, für’s foto-handy war sie aber schon gut zu gebrauchen. die füße stecken nochmal in den harten salomon, für die lädierten besonders links zickenden mittelfußknochen kein weiches risiko 2 tage vor dem drachen. um den hals schmiegt sich zur mentalen einstimmung auf übermorgen schon mal der finisher-buff vom 2. drachen 2003

so gings zum abschied nehmen von der dritten hiesigen laufstrecke, die koddenrunde hat 8,8km und geht von rahms auf 310Nn runter bis fast an die wied etwas über 140Nn um sich dann mit ein paar “überflüssigen” wellen über strauscheid wieder hochzuwinden, als strecke rund ein drittel (als höhenmeter vermutlich etwas weniger) als beim drachen. hat schon immer gut gepasst als herbsttraining.

zunächst geht’s noch im freien mit weitem blick auf das siebengebirge und die ICE-brücke oberhalb der A3
durch gerhardshahn west nach gerhardshahn ost (die schilder stehen wirklich so oben an der hauptstraße ;-) ), dabei war ich erst vorbeigelaufen und hatte an einen dicken regenwurm gedacht, aber da sonnte sich noch jemand gaaanz träge bei rund 8° lufttemperatur auf dem asphalt

kurz danach konnte ich endlich in den ersten wald eintauchen, in dem teil haben wir schon öfter auch am hellen tag rehe gesehen, aus dem wald heraus ein wenig höher gekommen geht es dann weiter bergab, im gegenlicht knipst es sich mit handy schlecht, aber so runter geht nun mal die laufrichtung und der blick

nach viereinhalb kilometern ist der tiefste punkt erreicht, dann geht’s lange hoch, unterbrochen durch zaungäste

und wo man runter muß muß man um so mehr weiter rauf womit der lange anstieg nach rahms eingeläutet wird, aber für den und die ziegen am ende reichte leider der akku nicht mehr.
der fuß war friedlich, ob es am schuh oder der erholung durch wenige kilometer in den letzten 4 wochen oder den vielen fotopausen lag? 1:23 brutto, 1:02 netto und damit sogar etwas schneller als der durchschnitt auf rund 100 läufen dieser strecke und ein traumhafter lauf.

Heute morgen bin ich bei 2° (immerhin noch plus) zur Arbeit, auf dem allerletzten Stück A3 zur Raststätte Fernthal hoch wurde durch die dicke Suppe gekrochen, gespenstisch, kurz nach dem tiefsten Punkt (neben dem die ICE-Brücke immens hoch aufzuragen scheint) noch surrealer weil die Sonne schon wieder erkennbar war aber nur als weißer Ballon durch das Grau … und dann ging’s oben durch das kurze Waldstück mit Nebelscheinwerfern und Sicht unter 50m (NebelRücklicht hab ich mir, aber vor allem dem Hintermann, erspart denn der sah mich ja schon) und noch vor dem Parkplatz riß alles auf und wir hatten strahlenden Sonnenschein.

Der Blick zurück kurz nach dem Eintreffen

In die andere Richtung gab’s noch ein anderes Meer aus Luft, neben dem Roßbacher Häuchen ganz grob in Richtung Malberg

Schön war dann das Wetter, fast zu schön um NICHT zu laufen aber ich war erstens beschäftigt vor dem Essen, wo sonst die übliche Mittagspausenrunde gegen 11:30 starten würde.

Zweitens will ich ja den zickigen weil chronisch lädierten linken (mehr als rechten) Mittelfuß ein wenig schonen für den Drachen und daher nicht zwingend jeden Tag laufen.

Drittens war so noch mehr Zeit für eine schöne Sonnengenuß-Boulepartie die insbesondere gewonnen wurde, neben dem Feuerlöschteich (vom Bild oben) der zudem mal wieder eifrig inspiziert wurde von “unserem Traumpaar”

Zumindest bilde ich mir ein, daß es dieselben sein könnten wie all die Jahre vorher, diesmal im Doppelpack (die 2.Dame war ein wenig scheu und immer just zum Auslösen weggeschwommen).

Wer hätte gedacht, nach dem gestrigen grau in grau, daß es heute so ein wunderschöner, deutlich kühlerer aber sonniger Altweibersommertag werden würde?
Ich, in weiser Voraussicht, Laufklamotten gepackt und in der Mittagspause die nächste hiesige Strecke unter die Schuhe genommen von denen es sich so langsam wegen Firmenwechsel zu verabschieden gilt.
Die Weißenfelser Ley ist ein Felsvorsprung oberhalb der Wied, unsere Route geht zwar nicht ganz auf die Nase aber durchaus runter+rauf mit schönen Blicken aus dem Wald, Westerwald, um genau zu sein, und kurz nach dem Start hat man am Abzweig ins Dorf erst mal einen weiten Blick ins Siebengebirge als Ort der nächsten Wettkämpferischen Schandtaten, von rechts nach links wenn ich richtig liege Löwenburg, Lorberg und Ölberg, in umgekehrter Reihenfolge die ersten drei der 5 Drachenlaufberge vom übernächsten Sonntag!

(Anklicken zum groß gucken und dann im Browser oben links “zurück”)

Nach kurzer Zeit raus aus dem Dorf und zwischen den Feldern in Richtung Wald ergeben sich traumhafte ausblicke die ich vermissen werde

bevor einem im nächsten Waldabschnitt die Erleuchtung kommt (je nach Stand der Sonne)

daß das was bisher überwiegend runter ging ja auch wieder hoch muß, und so sieht das dann aus, der Berg ruft!

Immerhin locken auf halber Strecke (theoretisch) Bänke zum Verweilen mit Blick auf die glitzernde Wied tief unten

aber nur heute, nur als Fotopause, sonst wird der Berg in 6 Minuten locker oder in 5 flott erstürmt und die zweite Rastgelegenheit ebenso ingoriert.

Endlich oben aus dem Wald heraus fehlt nicht mehr viel zwischen den Feldern um auf Starthöhe zurückzukommen, mit diesem Blick zurück und heute alleine, bis auf einen Unbekannten der doch tatsächlich 2 mal in Sichtweite vor mir lief, beim zweiten mal durchs Feld 200m entfernt entgegen aber nicht auf freundliches Winken reagierte und deshalb hab ich dann auch nicht an der Ecke angehalten, so ein Stoffel :-( Immerhin ein Läufer, kein Jogger, bei 8-10° mit nackten Armen, das wär nix für mich gewesen, da frier ich immer oben rum, Hose Capri ok, aber longsleeve und Jacke (in dem Fall u.a. wegen Handy für die Fotos)

Hach … schön war’s wieder, wie eigentlich immer bei den Mittagspausenläufen, ich werde diesen Teil des Westerwalds vermissen!

Jogmap meint +-235Höhenmeter auf rund 6,75km

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