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Schlagwort-Archive: siebengebirge

diese woche jährte sich der tag erstmals, da ich mein heißgeliebtes äpfelchen zur grünen tomate umdefiniert habe

weil es altersbedingt in eine neue, nun rote, tomate

getauscht werden mußte.

die hat nun nach einem jahr rund 15600km drauf, alles in allem natürlich neuer, leiser, vor allem sparsamer (rund 20%!), aber ehrlich gesagt war der alte 1,8l motor meiner meinung nach dynamischer spritziger mehr mein ding als der neue 1,4l TFSI.
vielleicht bin ich da auch nur zu drehfaul geworden (die verbrauchsanzeige hängt halt immer vor augen), aber so richtig kommt da meiner meinung nach nur power im 2.+3.gang.
die elastizität des größeren hubraums (vermutlich auch hier wieder aus sparsamkeit verbunden mit anderer einspritzsteuerung) fehlt wohl einfach ein bischen.
das führt auch dazu, daß ich zum beispiel nicht mehr aus dem siegtal komplett im 3.gang hoch, durch stadt blankenberg und oben durchs katharinentor nach hause komme (wo ich auf dem flachen dann natürlich weiter hochgeschaltet hab, auch früher ;-) ) denn die engen serpentinen fühlen sich jetzt dann doch zu gequält an und daher werden lieber einige stücke doch im 2.gang absolviert.

genug zur fortbewegung auf rädern, gelaufen bin ich aber auch.
mittwoch hab ich meine neuen einlagen abgeholt und das erste paar im brooks axiom2 eine
gute stunde lang auf geschätzt 6,5km am stenzelberg und rumd um thomasberg beim walken mit dem hofpoeten des siebengebirges genossen, der sich nach darm-OP erst wieder über walken an sportliche betätigung herantastet.
DAS macht er aber schon sehr gut, so zum beispiel auch schon beim bahndammlauf in buchholz anfang september, und der insellauf mitte januar ist fest im blick!

gestern war ein fauler tag, kurz vor einsetzender dämmerung gab es daher nur eben eine alibirunde mit dem anderen paar einlagen im brooks adrenalineASR8.
die trottete sich dann wiederum so schön, daß ich spontan doch noch eben ein paar berg”sprints” eingebaut hab auf insgesamt 7,6km.
es gibt da ein stück von knapp 400m im wald, das sich herrlich hochrennen läßt, umdrehen und runtertrotten und das ganze 3 mal mit zunehmendem tempo, macht fez und ist vor allem ein super gelenkschonendes muskel- puste- und tempohärtetraining, deshalb desöfteren im programm.

heute kam ich noch schwerer aus dem quark.
das wetter war irgendwie “zu schön”, aber wieder bevor es zu dunkel wurde, aufgerafft und nicht bereut wenigstens 4,4 asphaltige wirtschaftsweg kilometer getrabt zu sein in 6:45er schnitt.
auch hier kommt am ende noch ein berg so von 120Nn auf 190, also hab ich gefühlt VIIIIEL mehr geleistet ;-)

die meldung und überweisung zum siebengebirgsmarathon am 11.12.11 sind raus, also in gut 2 wochen mal wieder “leiden auf niedrigem niveau” oder auch einfach ein marathon für spaß und genuß.
ich hoffe es gibt keine sintflut oder echtes iggelwetter, denn dann würde ich wohl schweren ♥ens der neuen arbeitstelle geschuldet nicht antreten. im moment kann ich mir schlecht leisten “aus spaß” mal eben krank zu werden, fürchte ich.

eigentlich sollte die überschrift “italia da noi” lauten, aber nur der anfang erinnert noch an die italienischen momente im leben, der rest des tages entwickelte sich dann mehr in richtung hiesiger wechsel der jahreszeiten

heute morgen fiel mir auf, daß die im laufe des terrassensommers angesetzten zitronen so langsam größer werden und etwas heller.

sie sind noch nicht gelb aber das wird noch, auch über den winter im treppenhaus, wohin das gut 30 jahre alte bäumchen bald hochgetragen werden muß, um am fenster bei hellem licht der morgensonne und etwa 12-15° frostfrei zu überwintern.

als ich dann ins büro fuhr traute ich meinen augen kaum, das heißt, sogar zuerst meinen ohren: da rasselte was, kam das aus dem radio oder gar aus meinem motor?

nein, auf der brücke zur auffahrt siebengebirge sah ich den “verursacher”, ein föppchen, konkret wenn meine augen mich nicht im stich gelassen haben so einen piaggio-mini-lkw, der freundlicherweise die jetzt seit kreisverkehr als standstreifen umfunktionierte rechte spur nutzte um uns vorbeizulassen.
zur belohnung, da ich nicht annahm daß der auf die autobahn wollte, ließ ich ihn blinkend dann vor mir wieder rein.
und das war nicht etwa ein aus der derzeit gefeierten ersten “gast”arbeitergeneration übriggebliebener seinen ruhestand genießender, sondern ein offizielles fahrzeug der stadt königswinter, versehen mit dem logo links, aus dessen einbindung mir hoffentlich keiner einen strick drehen wird. nimm es als lokalpatriotismus, bitte, lieber peter (immerhin ist der genannte ja ein lauffreund) ;-)

erinnerungen an urlaub in der toskana oder später bei den schwiegereltern unten im gargano wurden wach. immerhin hatte es (glaube ich) 4 räder statt der dort üblichen 3.

in der firma angekommen gab’s erst mal eine doppelten latte macchiato plus extra milchschaum plus espresso (mit einem böhnchen statt 3) denn ich hab einen RIESEN becher und einen weiten weg von der kaffeeküche ins büro.

in der mittagspause haben wir uns einen laubraschellauf gegönnt, wunderschön und nach gestrigem physio”leiden”, also prachtvollem geknetet werden meinerseits, auch einfach nur wunderbar locker, fast wie fliegen. wir liefen die weißenfelser ley und sogar schneller als so manches mal sonst, dabei fast ohne mühe.

im ziel fiel mir auf: mein linker mittelfuß hat sich ÜBERHAUPT nicht gemeldet, und das in den alten asics-gel-1100 mit >1000km auf dem tacho. da momentan der 1160 aktuell ist kann man sich denken wie alt. immerhin hatte ich die alten einlagen drin, die am 15.11. neue geschwister bekommen sollen und sehe das als gutes zeichen, daß sich die lage so langsam beruhigt!

unterwegs kam mir ein knüttel-haiku in den kopf:

milder november
letztes licht am läuferbein
bald kommt der winter

kaum war ich dabei diese zeilen zu formulieren drang durchs geschlossene fenster ihr umsortierungsgeschnatter:

wie oft ich den satz am sonntag zu hören bekam, kann ich nicht mehr an 2 händen abzählen, meine antwort war dann “geht nicht, sprit alle …”

aber zurück auf anfang: am 4.sonntag im oktober ist der drachenlauf, die strecke und vor allem das höhenprofil kann wer mag auf der homepage des drachen nachlesen ebenso wie eine tolle wegbeschreibung von einer der regionalen laufkoryphäen

der drache ist von beginn an auf meinem laufkalender, das heißt seit 2002 wo er im ebenfalls damals gegründeten siebengebirgsCUP das mittelteil darstellte, nach 15,6km mit knapp 400Hm des löwenburglaufs eine gesteigerte strecke von knapp 27km mit 1000Hm und am ende des trios liegt etwa als addition der längen der siebengebirgsmarathon, höhe auch so etwa 700 aber dann wieder sanfter verteilt und damals dann “zwangsläufig” halt unser erster.
meine läuferhistorie ist eng mit diesem hiesigen mittelgebirgswaldtreiben verknüpft, die anstrengungen zur verteidigung der roten laterne im CUP sind beim steppenhahn nachzulesen.

der drache schied irgendwann aus dem CUP aus aber wurde weiterhin jedes jahr genossen bis nach dem 8. schluss sein sollte mit der orga, sich aber dankenswerterweise doch eine neue fand und er nach einem aussetzerjahr dieses jahr also in die 9. auflage ging, mit wenn ich richtig gezählt hatte noch potentiell 29 alltimern (26M+3W).

er ist mir “heilig”, somit war nicht mal mein in den letzten wochen wieder heftig protestierendes malträtiertes mittelfußgewölbe in der lage mich abzuhalten. nicht zuletzt hatte ich einen wegen schonhaltungsrumge-eiere in der hüfte schmerzenden marathon in kölle erstmals im leben abgebrochen bei HM, um den start gestern nicht zu gefährden!

meine bestzeiten liegen zwischen 3:07 und 3:39, ein lacher gegen den sieger (und ebenfalls alltimer) daniel weiser der als einer der wenigen UNTER seiner durchschnittszeit diesmal in 1:50 reinkam, und mir erstmals (zusammen mit dem gleichzeitigen sieger und gefolgt von den schnellsten bis platz 6) schon auf meinen kilometern 6,5-7 entgegen kam, das gab’s noch nie und ich dachte in der phase schon WHOW bist Du so lahm und weit hinten heute?
immerhin: wie er mir später versicherte war auch ihm das noch nie so ergangen aber sie spürten den dritten im nacken und “mußten halt mal eben gas geben” :-)

da ich diesmal nicht “richtig” rennen konnte hab ich gleich ganz auf funrun umgeschaltet und mich in mein medocerprobtes ensemble geworfen:

  • kopf – tchibokarobuff mit knoten für häßlich
  • kopf tiefer – plastiknase mit leuchtLED (leider nicht genau die warze)
  • hals – finisherhad vom 2.drachen 2003
  • schulter – katze mit startnummernhalsband
  • oberteile – Brooks Equilibrium LS in Cerise
    und karohemd, die jungs am stand des sponsors WINDSTOPPER meinten ich sei hoffentlich in ihre produkte gekleidet, logisch, voll die atmungsaktive baumwolle *ggg*
  • hosen – Brooks Infinity Capri und schlangenleggins
  • füße – Brooks Infinity Low Cut Tab in schönem NeonGrün, bis auf den preis derzeit meine absoluten lieblingssocken
    und meine salomon XA pro 3 D ultra, “für gegen” die schmerzenden harten knubbel auf dem weg, der drache ist viel trailiges mit felsigen spitzen steinen, da hab ich schon im ausgelatschten trabuco ohne meine einlagen vor 3 jahren jämmerlich gelitten und da waren die füße vorher in ordnung.

diesmal standen die zeichen auf “schlimm” und deshalb kein risiko, nach wanderschuhklassifikation vermutlich in richtung C gehend, auf asphalt peinlich laut, aber … asphalt? welcher asphalt?? vielleicht ein knapper kilometer zu beginn, ein guter am ende, dazwischen ein paar hundert meter, also SCHUTZ vor akkustik!

damit das nun auch optisch zu einem bild zusammengemischt wird hier vor dem start

zunächt galt es erst mal locker zu laufen, (fast) hoch zum ölberg und vor allem schmerz- und stolperfrei runter über die seufzerbrücke zum nächsten anstieg. dazwischen an der ersten VP nahm ich mir wie geplant die erste noch kurze auszeit, fuß im schuh bewegen, trinken in ruhe, ein schwätzchen mit den lieben verpflegungsposten und der nach und nach eintrudelnden restläuferschar, dann weitertraben.

der lange breite wanderweg zum lohrberg hoch ist meine fruststrecke, aber diesmal hatte ich schneewittchen bei mir, weiß wie … rot wie … schwarze haare.
sie wußte nicht, daß ich als hexe da sein würde sonst hätte sie wie schon bei früheren internen läufen ihr altes brautkleid ausgepackt.
DAS wär dann erst richtig lustig geworden!

immerhin kommt oben am ende dieses blöden langen egal wie sanften anstiegs endlich mal das wahre leben, am nasseplatz ab von der wanderautobahn rechts steil den trail hoch und da ich wenn platz ist ALLES laufe außer dem petersberg (so spät im rennen nach km20 erst kommend, s.u.) auch wenn mich die überholten geher hinterher wieder schlabbern, machte ab da der drache wieder richtig spaß!

danach kommt die zweite VP am löwenburger hof, kurz vorher ist auch eine begegnungsstelle die in all den jahren genossen wird sieht man doch verständlicherweise und gerne da etliche schnellere die schon von der löwenburgerstürmung zurückkommen, dann aber das obere mittelfeld, nicht mehr die führenden.

zur löwenburg hoch geht es wieder direkt und ganz hoch im gegensatz zum löwenburglauf der an selber stelle den berg nur umrundet, aber das macht spaß, ist laufbar und die wanderer springen bei meinem gekrächze und drohenden besen schnell zur seite (hoffentlich keiner in die tiefe … hab nix in der zeitung gelesen).
überhaupt hatte ich auf die art eine menge spaß und wie mir schien die unmengen ausflügler auch.
nur eine einzige ältere dame auf einem der breiten bequemeren wege meinte im brustton der überzeugung, ich solle doch kleine kinder nicht so erschrecken!
das mädel an ihrer hand war geschätzte 5-6 und sichtlich nicht in tränen ausbrechend.
ab da hab ich dann bei ganz kleinen kindern vorsichtshalber behauptet, ich sei eine gute fee in verkleidung, aber eigentlich haben sich alle gefreut und bereitwillig platz gemacht.
2 mal gab’s sogar ein paar sekunden pause zwecks sonderfototermin :-)

kurz nach km16 kommt der 3.VP vor dem ansturm zum drachenfels, den wir diesmal nicht überqueren konnten wegen baustelle und steinschlag auf der anderen seite, daher wendepunkt und danach auf einen uns allen neuen weg durch das gelänge vom park an schloß drachenburg.
das war sehr schön und vor allem der ungewohnte blick beim verlassen des parks rüber zum wesentlich höher gelegenen gästehaus auf dem petersberg machte laune, mir zumindest, die novizen bekamen hier feuchte hände, ich WUSSTE daß ich da schon 8 mal vorher tief runter ins tal und dann hoch gekommen war.

tief runter durch’s nachtigalletal war dann in der tat allerdings auch mein unangenehmstes stück.
die füße meldeten sich ein paar kilometer vorher zur halbzeit so langsam mit ihren beschwerden an, und an lockeres laufen auf dem wunderschönen waldboden war leider nicht zu denken.
in der phase grüßte ich auch die zahlreichen wanderer nicht mehr so fröhlich aber irgendwann war ich unten und zog am 4.VP an den tennisplätzen unterhalb des petersbergs erst mal die schuhe aus und ließ mich ausnahmsweise mal richtig bedienen sprich 2 becher wasser an den standort bringen.
ein netter schwatz und meinen füßen versprach ich den petersberg hoch zu gehen — ok, ich hab gelogen, immer wenn es wieder etwas “flacher” wurde trabte ich mal an weil ich insgeheim hoffte meine brutto 3:43:43, die ich beim brooks pace prohet zwecks gewinnen eines paars laufschuhe angegeben hatte, noch halten zu können.

letztlich war’s dann aber alles absehbar zu langsam und daher gönnte ich mir oben dann die richtige pause mit sekt ausgiebig, ließ mich von einigen netten schlabbern und machte mich auf halbwegs (von den füßen her) erträgliche ansonsten wie alles wunderschöne restliche 4km ins ziel auf.

liste 3:58:23, brutto selbstgestoppt 3:56:07, nettolaufzeit 3:34:08 und ein wunderbarer lauf.

statt noch zeit mit duschen zu verplempern (eine weise entscheidung, die waren KALT) begab ich mich in den strücher saal und genoß mit vielen freunden zusammen die siegerehrung, mit meiner besten zeit von 2006 (AK W45) wär ich dieses jahr gerade mal aufs treppchen der W60 gekommen (noch fragen?), aber ob ich das in 10 jahren noch/wieder werde laufen können?

anscheinend hatte ich da dann im hintergrund so “demonstrativ” gestanden bzw. die orga so viele nicht abgeholte preise übrig, jedenfalls kam kurz vor ende noch einer zu mir und meinte es gäb gleich noch … und siehe da: die hexe wurde wegen des schönsten kostüms mit einer flasche wein prämiert, danke liebe drachen!

hatte ich gestern noch gemutmaßt der vorteil eines langsameren tempos sei ausbleibender muskelkater ist mir heute dann doch jeder erste schritt nach dem aufstehen ein harter … aber das gibt sich, immerhin muß ich heute nicht laufen sondern fahr dann mal in die sportfabrik auf die flachbank und genieße vielleicht noch ein bischen sauna … oder ich verschiebe das sogar auf morgen nach dem termin beim neueeinlagenmacher wenn ich eh in der ecke unterwegs bin mit zwangsweise frühem feierabend?

ach ja, drachen gab’s auch, vor dem start durfte ich von dem linken das schwänzchen streicheln, hier leider nur als minizipfel rechts vom arm zu erahnen :-)

die sektausschanktruppe auf dem petersberg machte stimmung und hatte auch für uns letzte noch was übrig.

EDITH meint am 15.11.: ich hab noch 2 schöne fotos bekommen, danke dafür an ALLE (privat)!

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